Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
231
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Der neue Herr. 231

Ehre und Recht hinderten den Herzog aber nicht, den mit königlichen Strafen Bedrohten durch Zelte, Büchſen, Steine und Pulver zu unterſtützen.)

Denn die Belagerung nahm ihren Fortgang trotz der dringenden Abmahnung des königlichen Geſandten, Lienhart von Vilſegg,) der ſich doch nicht getraute, von ſeiner Vollmacht Gebrauch zu machen, die Nachbarfürſten gegen Ludwig d. J. aufzubieten.

Vor Neuburg lagen jetzt zur Hilfe Ludwig d. J. die Markgrafen Albrecht und Johann, zwei Grafen von Helfen­ſtein, Konrad von Heideck und viele Ritter. Am 13. Mai hatten auch Ingolſtadt, Rain, Aichach, Schrobenhauſen den Buben in Neuburg wegen ihrer räuberiſchen Gewalttaten und ihres Verrates an den ausgetriebenen Bürgern abgeſagt.)

Eifrig arbeitete man an den Laufgräben und Büchſen­ſchirmen. Das Lager glich einer kleinen Stadt, die aus 50 Zelten und 1014 Hütten gebildet wurde. Es befanden ſich im Lager Bäcker, Krämer, Schuſter, auch Weinſchänken. Ein regelmäßiger Markt wurde gehalten, eine ſtrenge Marktord­nung, die jedem Marktfrevler mit dem Tode bedrohte, lockte die Verkäufer.)

Doch die erfolgloſe Sendung ſeines erſten Geſandten ent­mutigte König Friedrich nicht; mit dem Reichsbanner und ſtrengen Gebotsbriefen fertigte er Sigl von Ebersdorf und Hans Stauf an Herzog Heinrich von Landshut ab. Die Ener­gie, die in dieſer Zeit der König entwickelte, entſprang ſeinem ausgeſprochenen Legitimitätsgefühl, die Zeitgenoſſen glaubten ſie auf Hofintriguen zurückführen zu müſſen.)

) Auch Regensburg ſandte dem Herzog Werkleute zur Hilfe. Gemeiner, Regensburg. Chr., III. S. 127.

) K. B. Reichsarchiv Fürſtentom, VIII. S. 220.

) K. B. Reichsarchiv Fürſtentom, VIII. S. 206.

Deutſche Chroniken, Bd. II. S. 369370.

) K. B. Reichsarchiv Fürſtentom, VIII. S. 220.