Der neue Herr.
Als Beauftragter des Königs) trat jetzt Herzog Heinrich, der einſt in blinder Wut auf Ludwig d. A. einen Mordanfall gemacht hatte, aus ſeiner Reſerve heraus und ſandte Räte an Herzog Albrecht von München. Die Räte ſtellten Herzog Albrecht vor, es ſei beſſer, daß Heinrich die Hauptmannſchaft gegen Ludwig d. J. übernähme und ihn aus dem Felde brächte, als daß ein Fremder, dem der König bei einer Weigerung Heinrichs die Hauptmannſchaft übertragen würde, ſich ſpäter mit bayeriſchem Gut bezahlt machte; auch ſei Herzog Heinrich gewarnt worden, daß bei einem Siege Ludwigs d. J. den Markgrafen die Schlöſſer im Gebirge, vielleicht auch Neuburg und Lauingen, übergeben werden ſollten. Herzog Albrecht ſollte Ludwig d. J. nicht einmal etwas leihen, da Ludwig d. A. aufpaßte und jegliche Unterſtützung des Empörers gegen das Gebot des Königs wäre.?) Mit Freuden ergriff der Münchener Herzog die Gelegenheit, mit Herzog Heinrich in Fühlung zu kommen. Er riet Heinrich, zuſammen mit ihm zu verſuchen, die Fehde beizulegen, gelänge das nicht, die Hauptmannſchaft anzunehmen.“)
Herzog Heinrich war entſchloſſen, einzugreifen; am 1. Juni hatte ihm König Friedrich die Reichshauptmannſchaft gegen Herzog Ludwig d. J. übertragen.) Am 9. Juni erließ Heinrich in feinen Landen ein Aufgebot;') nachdem ein Tag in Freiſing ergebnislos verlaufen war, an dem außer ihm auch die königlichen Geſandten und Herzog Albrecht von München teilgenommen hatten; die Gegenpartei war auf dem Tage durch Markgraf Albrecht vertreten geweſen.“
) Lichnowski, Geſch. d. H. Habsbg., VI. Reg. Nr. 335 u. 586. 2) K. B. Reichsarchiv, Fürſtenſachen, III. S. 230.
3) K. B. Reichsarchiv, Fürſtenſachen, III, S. 234.
) K. B. Reichsarchiv, Arrod I. S. 466.
) Krenner, a. a. O., IV. S. 105—122.
e) K. B. Reichsarchiv, Neuenburger Kopialbuch, X, S. 568 ff.