234 Der neue Herr.
Haufen dasſelbe Schickſal zu bereiten, gelang es dem dritten Haufen, bei dem ſich Herzog Ludwig und Markgraf Albrecht befanden, eine von Verteidigern entblößte Stelle der Mauer zu erklimmen. Das Schloß ergab ſich am gleichen Tage gegen Zuſage ritterlichen Gefängniſſes für die Beſatzung.
Mit ſchwerem Herzen wird ſich Ludwig d. A. von den Schlüſſeln zu ſeiner Schatzkammer getrennt haben. Nicht ſeinem verhaßten Sohne, ſondern dem Markgrafen Albrecht ſoll er ſie mit den Worten übergeben haben:„Oheim, nymm die Schlüſſel. Ich verſyhe mich, Du werdeſt Dich damit halten als aynem frommen Fürſten zuſteet.“
Von einer Plünderung Neuburgs wurde abgeſehen, da Ludwig ſeine Verpflichtung gegen die Bürger nicht vergaß. Den Rittern des Markgrafen Albrecht verſchrieb er für die ihnen entgangene Beute 8000 Gulden,) von denen die Neuburger willig 2500 Gulden trugen.) Durch eine Verſchreibung über 36 000 Gulden wurde Markgraf Albrecht ſelbſt entſchädigt.
Albrecht hatte ſolchen für die damalige Zeit ungewöhnlich hohen Lohn redlich verdient.
Im Auguſt hatte er Ludwig d. J. mit einem ſeiner gefährlichſten Gegner Lidwacher im Lager von Neuburg verſöhnt;) er hatte mit dem jungen Herzog zuſammen Schulden bei Peter Steinberg und bei der Geſellſchaft des Konrad Baumgartner in Nürnberg gemacht,“) ja dem Schwager ſein ganzes ſilbernes und goldenes Tiſchgerät zum Verſetzen übergeben. Die ſchönen Trinkbecher, deren Füße Schwäne, Fräuleins, Vögel oder Engel bildeten,) das ſchwere ſilberne Straußenei
1) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch, XIII, S. 388339. Vgl. Städte⸗Chr., III, S. 124.
) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch, XIII, S. 249.
) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch, XIII, S. 336—337.
) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch, XIII, S. 337338.
9) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch, XIII, S. 388. Lud
wig eee ſich, das Geſchirr bis Weihnachten 1443 wieder einzulöſen.
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