Der neue Herr. 235
wanderte in die Hände der Nürnberger und Augsburger Juden.
Während der Belagerung von Neuburg war Albrecht ein aufſehenerregender Handſtreich geglückt.
Die Herren von Horneck hatten in der Meinung, daß der Markgraf von Neuburg hinlänglich beſchäftigt wäre, Schloß Jagſtberg überfallen, das Hans von Absberg, einem der Getreueſten Albrechts, gehörte. Albrecht ritt„nach kurzem Bedacht“ Tag und Nacht bis Jagſtberg und ſtürmte das Schloß aus dem„Stegreif“.) Die Niederländer, die Horneck gedient hatten, wurden niedergemacht; die mit Horneck befreundeten Edlen gefangen genommen.“)
Ludwig d. J. hielt ſeinen Vater„in paſſender Hut“ in Neuburg; er hatte gewünſcht, ſich mit ſeinem Vater zu richten, „daß er ob Gott will dadurch Lob und Dank zu Gott auch in der Welt gewinnen und verdienen würde“;) aber er ſcheint mit dem alten Trotzkopf zu keinem, eine hinreichende Sicherheit verbürgenden Vertrag gekommen zu ſein. Ergebnislos verliefen auch die Tage in München am 24. November und in Ingolſtadt am 27. November, die vorzüglich auf Markgraf Albrechts Wunſch ſtattfanden.“
Im Grunde waren ja außer dem Gefangenen alle mit dem Ausgang zufrieden und keine Stimme erhob ſich für die Freilaſſung des Gefürchteten. Selbſt König Friedrich verzieh bei feiner Anweſenheit in Nürnberg‘) Ludwig d. J. feinen Ungehorſam, ja ernannte ihn zu ſeinem Rat und verlieh ihm das
) Höfler, Eybs Denkw., S. 121.
) Bamberger Kr. A., Fehdeakten, Fasz. II. Nr. 16, Prod. 1, 2, 3, 5. 6, Urfehden Hofwarts von Sickingen, Sitich von Hartheims, Henslin don Hornecks u. a.„von folder Geſchicht und Handels wegen, die dich nechſt zu Jagſtberg gemacht und verloffen hat“. Vol. auch Witte, Reg. III. No. 6665.
) Krenner, Landſchaftsv. III. S. 78—79.
Gemeiner, Regensburger Chr., III. S. 218.
) Nürnberger Kr. A. Briefbücher, XVII, S. 88.