Der neue Herr. 239
Nicht ebenſo Erfreuliches, als über die Verwendung der Mitgift!) kann man über ihre Einbringerin ſagen.
Sie iſt mit ihrem Gemahle nie in ein ſo trauliches Verhältnis gekommen, wie ſeine Mutter oder ſeine zweite Frau Anna, mit der ſich Albrecht nur allzu ſchnell über ihren Tod getröſtet hat.
Im Anfang des Städtekrieges, in dem eine tückiſche Kugel ihr den immer in den erſten Reihen kämpfenden Gemahl ſo leicht hätte entreißen können, weiß Margarete nichts von Angſt um ſein Leben. Ihre größte Sorge iſt, daß Albrecht das eroberte Schlößchen Lichtenau nicht einem ſeiner tapferen Mannen gibt oder zu geben verſpricht, ſondern daß er es ihr zu„ihrer Fröhlichkeit als ein Jagdhaus“ ſchenke.“)
In eine recht häßliche Angelegenheit wurde ſie gleich im Beginne ihrer Ehe verwickelt. Der Markgraf hatte einen Edlen Heinrich von Freyberg verhaften laſſen. Der Biedermann bekannte urkundlich, daß er die Markgräfin mit einem Grafen Hans hatte verkuppeln wollen. Die„fromme Fürſtin“ und der „fromme Brave“ hätten ſich aber geweigert, ſich verkuppeln zu laſſen. Sein Leben, ſo geſtand Freyberg ſelbſt, wäre durch ſein Verbrechen dem Markgrafen verfallen geweſen, der ihn aber mit Rückſicht auf ſeine Geiſtesgeſtörtheit und auf Bitten ſeiner Verwandten begnadigt hätte. Zum Dank verpflichtete ſich Freyberg,„aus der Alchamey“ jährlich 100 000 Gulden an Albrecht abzuliefern, vom Reſte des Goldes, das er durch ſeine Kunſt gewinnen würde, verſprach er fromme Stiftungen zu machen; für ſich ſelbſt nur„ſchlichte Leibesnahrung“ zu ver
ienen.
) Albrecht hatte bis zum Juli 1446 13 500 Gulden auf die Mitgift von feinem Schwiegervater geborgt. Riedel, a. a. O., II. 5, S. 3, Die Verſchreibung Albr. Bamberger, Kr. A. S. 1, K. 25, L. 1, Z. 80, 8. 81, 3. 82. Das Teſtament Margaretes zugunſten ihres Gemahls S. 1, K. 25, L. 1, 3. 85.
) Bamberger, Kr. A., Markers Katalog 1904, Prod. 40.