Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
241
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Der neue Herr. 241

Andere Familienſorgen blieben Albrecht nicht erſpart, denn ſelbſt unter den Hohenzollernſchen Brüdern ſchien nach der faſt ſprichwörtlich gewordenen Einigkeit die Zwietracht ihr Haupt erheben zu wollen. Der jüngſte Bruder, Friedrich der Fette, war herangewachſen; trotzig wies er es von ſich, bis 1453, wie es der Vater beſtimmt hatte, unter der Vormund­ſchaft des Kurfürſten zu bleiben. Ehe ein ernſtes Zerwürfnis entſtehen konnte, ſchlichteten Albrecht und Johann den Streit.)

Auch in den neuerlichen Händeln ſeiner Schweſter Margarete wußte Albrecht den eigenen und den Familienvor­teil geſchickt zu verbinden.

Mit der Gefangenſetzung Ludwig d. A. ſchien das un­glückliche Land von ſchwerem Alp befreit. Ludwig d. J. wan­delte in der äußeren wie in der inneren Politik andere Bahnen als der Vater.

Aber das Glück des Ingolſtädter Landes war nur von kurzer Dauer; am 7. April 1445 ſtarb Ludwig d. J. nach kur­zem Krankenlager am Fieber. Er wurde in der Liebfrauen­kirche in Ingolſtadt beerdigt.

Die Zeitgenoſſen Ludwig d. J. haben über ſeine Em­pörung nicht allzuhart geurteilt.?)

Erſt ein ſpäterer anekdotenreicher Chroniſt ſchrieb: Justo dei iudicio moritur und Gottes Hand haben nach ihm alle in dem Tode des 42jährigen Krüppels geſehen.

Solange es heißt:Ehre Vater und Mutter und keine

nach ihrer Verheiratung mit Heinrich von Münſterberg unter dieſer Beſchuldigung viel zu leiden. Vgl. Steinhauſen, Deutſche Privat­briefe des Mittelalters, S. 81. Ein Reliefbildnis der Markgräfin iſt auf der unteren Platte des von Peter Viſcher gegoſſenen Grabdenkmals des Kurfürſten Johann im Berliner Dom abgebildet. Da Viſcher die Markgräfin höchſtens aus der Beſchreibung ſeines Vaters Hermann ge­kannt haben kann, fo erklärt vielleicht dieſe Unkenntnis des Künſtlers die Häßlichkeit der Markgräfin auf dem Bilde.

1) Riedel, Cod. dipl. III, 1, S. 280287, S. 292293.

) Vgl. Kanter, Das Ende uſw., S. 300.

Markgraf Albrecht Achilles I. 6