Der neue Herr. 247
trächtlich die Partei Ludwig d. A., an deren Spitze ſich Konrad Wolff ſtellte, der mehr als 40 Jahre ſeinem alten Herrn treu gedient hatte, und der jetzt trotz des eigenen Alters ſeine Sache mit Geſchick und Energie, ja mit Tollkühnheit verfocht.
Wie mißlich die Lage Herzog Albrechts damals war, geht aus einem Vertrag vom 15. April mit einem frechen Maulhelden, Konrad von Freyberg, Pfleger zu Friedberg, hervor. Er verſprach ihm 4000 Gulden, dazu 100 Gulden jährlich Jagd⸗ und Wildbann im Morninger Gericht, Rückerſtattung. ſeiner Auslagen, falls Konrad Wege angebe, die Herzog Albrecht in den dauernden Beſitz der Hälfte des Erbes Ludwigs. ſetzen würden. Die Räte Herzog Albrechts ſollten die angeratenen Wege auf ihren Eeid prüfen; erklärten ſie dieſelben für gangbar, ſo ſollte der Vertrag gelten.) Als der„ritterliche Herzog“ von den geſtellten Bedingungen abhandeln wollte, log:) Freyberg:„Man dürfe gegen ihn nit drängen noch etwas abſchlagen, denn wollt er es tun und es nemen, Im würde von Herzog Heinrich mehr als von unſerm gnedigen Herrn.“ Man war in München verblendet genug, zu glauben, Heinrich habe für die Unterſtützung des„Fiedelbogen“ 100 000 Gulden geboten.“)}
Solchem Ratgeber entſprechend, der trotz ſeiner Entlarvung die Münchener Politik weiter leitete, wurde dieſe charakterlos und ungeſchickt.
; Herzog Albrecht war der erſte geweſen, und von den bayeriſchen Fürſten der einzige, der Ludwig d. J. gegen ſeinen Vater geholfen hatte; jetzt nannte er Ludwig d. A., den er
) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 243. v. Lang ſchreibt „ S. 296: der„ritterliche Herzog wies ſolche Erbietungen on Ri 7
) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 267.
) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 268.