248 Der neue Herr.
vor wenigen Monaten als den„Verderber des Bayernlandes“ bezeichnet hatte, ſeinen Freund.
Markgraf Albrecht, der zuerſt eine Einigung mit dem früheren Bundesgenoſſen ſeines Schwagers erſtrebte und ihn kurz nach dem Tode Ludwigs d. J. beſuchte, konnte von ihm nur die Zuſage erlangen, daß er auch bewilligen wolle, was Albrecht vom Herzog Heinrich erlange. Dafür ſollte er Heinrich zu einer gemeinſamen Zuſammenkunft in Erding bewegen.“)
Dieſer Ablehnung der markgräflichen Vorſchläge hatte es Herzog Albrecht zu verdanken, wenn er ſich in den folgenden Jahren iſoliert und von jeder Vermittelung zurückgeſtoßen ſah.“)
Der Markgraf ritt von München zu Herzog Heinrich, der mit Tatſachen, nicht mit Hoffnungen zu rechnen gewohnt war; daß eine mündliche Einigung auf Herzog Albrechts Koſten zwiſchen Onkel und Neffen damals ſtattgefunden hat, bewies die Zukunft.
Schon auf dem Landshuter Tage am 6. Juni, den Markgraf Albrecht mit den Boten der Landſchaft verabredet hatte, zeigte ſich dieſes Einverſtändnis. Die ſtrittige Frage war, ob die Landſchaft die Verſchreibungen Herzog Heinrichs garantieren wollte, falls Ludwig in der Gegenwart ihrer Boten Heinrich Vollmacht zu ihrer Ausſtellung übergeben würde. Die Boten weigerten ſich, ohne Beratung mit der Landſchaft die Verantwortung für eine ſolche Zuſage zu tragen; denen unerſchwinglich ſchienen die geſtellten Anforderungen.
Margarete verlangte für ſich 60 000 Gulden, für ihr
Kind 50 000 Gulden, Markgraf Albrecht 62 000 Gulden, Markgraf Johann im ganzen 80 000 Gulden; für die Sicher
) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII. S. 284285. ) Seine Klagen. Vgl. Fürſtentom, VIII, S. 283, 284, 284285.