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rer, als der gewünſchten Weiſe nach; er weigerte ſich nämlich, Herzog Albrecht eine Antwort zu geben, bis er befreit in Ingolſtadt ſei.“)
Von München aus ritten die Boten der Landſchaft nach Burghauſen und ſchlugen Herzog Heinrich vor, ſich mit Herzog Albrecht und ihnen über die Befreiung Ludwigs zu einigen. Herzog Heinrich lehnte es, da Herzog Albrechts Fehde mit Ludwig nicht beigelegt wäre, ab, ohne Ludwigs Wunſch mit ihm gemeinſam vorzugehen.
Er hätte mit Erlaubnis des Markgrafen, ſo erklärte er, mit Herzog Ludwig verhandelt. Die Zahlung der 30 000 Gulden an den Markgrafen, zu deren Abtragung Ludwig nie ſeine Einwilligung geben würde, ſei nur noch ſtrittig.
Heinrich verpflichtete ſich, 15 000 Gulden zu tragen, wenn die Landſchaft, auch gegen den Willen ihres Herrn, zu ſeiner Befreiung die gleiche Summe geben wollte.?)
Am 28. Juli brachten die Boten die geforderte Vollmacht zur Zahlung der 15 000 Gulden nach Burghauſen und ritten mit Herzog Heinrich nach Neuburg. Während der Verhandlungen verbot aber der alte Trotzkopf den Boten, Geld für ſeine Befreiung auszugeben, und dieſe weigerten ſich jetzt, gegen den Willen ihres Herrn der eingegangenen Verpflichtung nachzukommen. So war der Vertrag, den Heinrich mit Margarete und Markgraf Albrecht geſchloſſen hatte, hinfällig.“)
Den Gegner, der die Zähigkeit der Landſchaft vor allem veranlaßte, kannte der Markgraf und Herzog Heinrich wohl. Mit nicht geringem Schrecken erfüllte es Herzog Albrecht, als Heinrich, plötzlich und ohne jedes Recht, dafür aber um ſo
1) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 271.
) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch, X, S. 568 ff. Vgl. Krenner, III, S. 111116.
e) v. Freyberg, Geſch. d. bayer. Landſtände, S. 498.