Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen

252 Der neue Herr.

in den königlichen Schutz zu nehmen und Herzog Heinrich als ihren Schirmer zu beſtellen.)

Den Gefangenen, der jetzt ein gar wertvolles Pfand bil­dete, hatte Albrecht auf Veranlaſſung ſeiner Schweſter von Neuburg, wo ihn Oswald Ottlinger zu befreien geſucht hatte,) nach Ansbach bringen laſſen. Der rührende Abſchied, den die Neuburger von Ludwig nahmen, bewies, wie ſehr ihre Stim­mung zu ſeinen Gunſten umgeſchlagen war.)

Albrecht hielt ſeinen Gefangenen fürſtlich,) ließ ihm ſogar feineWeidleut, Barbier und andere, an deren Bedie­nung der Greis gewöhnt war;) Geiſtliche hatten faſt freien Zutritt zu ihm.) Daß der Markgraf nach dem Befreiungs­verſuch Ottlingers, der jetzt von Burg Heideck aus ihn ſelbſt zu fangen ſuchte,) Boten der Landſchaft nicht ohne Anweſen­heit ſeiner oder Heinrichs Geſandten mit Ludwig verhandeln ließ, kann ihn nicht zum Vorwurf gemacht werden.

1) K. B. Reichsarchiv, Fürſtenſachen, Fasc. XXII, Nr. 153, 29. Juni 1445.

2) Bamberger Kr. A., Märkers Katalog 1904, No. 3, und Ge­meiner, III, S. 158165. Bayer. Forſch., XI, III/ IV.

3) Deutſche Chr., II, S. 374.

4) Quellenſammlung für fränk. Geſch., I, 122, und Gemeiner, III, 158165, dagegen behauptete, die Landſchaft Ludwigs d. A., (Aventin V, 578582), Albr. habe Ludwig in einen Keller werfen laſſen und ihn ſchlecht verköſtigt. Das letztere behauptet auch Deutſche Chron., II, S. 375. Vgl. auch Wolkan, Der Briefwechſel des Aeneas Sil­vius Piccolomini Fontes rerum aust LXI., S. 592.

5) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 470. Erſt Herzog Hein­rich erſetzte dieſe Diener, während die Deutſche Chronik(Bd. II, S. 374) behauptet, Albrecht habe Ludwig Franken zu Dienern gegeben. Ein Zeichen, daß die Ansbacher Vorgänge dem Chroniſten nur gerüchtweiſe bekannt waren. Kurfürſt Friedrich von der Pfalz hat 17 Jahre ſpäter ungeſchmäht ſeine fürſtlichen Gefangenen ſehr viel ſchlechter behandelt und von denköniglichen Hauptleuten viel höhere Löſegelder erhalten, als fie je von Ludwig gefordert worden find.|

6) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 271.

) Bamberger Kr. A., Märkers Katalog 1904, No. 3.

bat