Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
255
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Der neue Herr. 9255

Ende käme, das täten fie gern, das war Ludwigs Meinung über ſeinetreue, verewaiſte Landſchaft.)

Tatſächlich war Ludwig ſelbſt vor allem an der Verlänge­rung ſeiner Haft ſchuld. Mit einer Standhaftigkeit, die ſeine Gegner wohl Eigenſinn nannten, weigerte er ſich, die Ver­pflichtungen ſeines rebelliſchen Sohnes zu erfüllen. Auch als Löſegeld wollte er ihre Bezahlung nicht gelten laſſen, denn nach ſeiner Anſicht war er in einem unrechtmäßigen, vom Könige verbotenen Kriege gefangen worden, bis an fein Ende hoffte er, durch des Königs Eingreifen ohne Opfer zum Arger ſeiner Gegner befreit zu werden. Ja, er verlangte von Mark­graf Albrecht, deſſen Gefangener er war, die Rückzahlung der 23 000 Gulden, die er einſt dem Kaiſer Sigmund unter der Garantie Kurfürſt Friedrichs von Brandenburg geliehen hatte.);

4 Ein grelles Licht wirft der Abensberger Tag auf die age.

Nachdem der König durch ſeine Räte, Dürnbacher und Ochſenberger, die Verhandlungen hatte führen laſſen, ſandte er auf Bitten Herzog Heinrichs) und der an feinem Hofe befind­lichen Geſandten des Markgrafene) als Kommiſſäre feinen Kanzler Kaſpar Schlick, Hans von Neitberg und ſeinen Kammermeiſter Hans von Ungnad ins Land. Dem Kammer­meiſter hatte Ludwig bei einem Beſuche ins Ansbach eine Voll­macht gegeben,) die auf den König lautete, undwen er zu ſich nehme. s)

) K. B. Reichsarchiv, Fürſtenſachen, Fasc. XXII, Nr. 158a.

) Krenner, III, S. 164170.

) Dresdener Staats⸗Arch., Copial 1 Fol. 311312.

) Krenner, III, S. 134188.

) Krenner, III, S. 116117.

N Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 287.

7) Krenner, III, S. 154155. Vgl. Lichnowsky, Geſch. d. Hauſes Habsburg, VI, Reg. 1004 und 1093.

) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Copialbuch, X, S. 576.