Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
257
Einzelbild herunterladen

Der neue Herr. 257

grafen zu erfüllen oder irgend etwas zu glauben, was er in ſeiner Gefangenſchaft ſchreibe. Dagegen ermahnte er ſie, den König ſowie die Herzöge Heinrich und Albrecht zu ſeiner Be­freiung aufzufordern,) ja, er erklärte ihnen, daß er damit ein­verſtanden wäre, gebunden und gefangen an den königlichen Hof gebracht zu werden, um dort zu Recht zu ſtehen.?)

So war der Entſcheid der königlichen Kommiſſäre, der dem einſt von Heinrich geſchloſſenen Neuburger Vertrages) faſt in allen Punkten glich,) wieder hinfällig.

Der diplomatiſche Kampf wurde jetzt an den Hof des Königs verlegt, wohin die Landſchaft bereits im November 1445 Sixtus Riederer abgeordnet hatte und jetzt eine neue Geſandtſchaft ſchickte. Markgraf Albrecht brach perſönlich Ende Januar auf.) Er gebrauchte den Vorwand, mit dem Könige über ſeine neuerliche Hilfe gegen die Schweizer verhandeln zu wollen.) So kam er nicht mit leeren Händen, während die Boten der Landſchaft nur Klagen und Forderungen brachten.

Im neuen Jahre ſcheint ſich das Verhältnis zwiſchen Heinrich und Herzog Albrecht gebeſſert zu haben. Peter Rudolf wurde in Landshut freundlich empfangen, ihm Wünſche für die Geſundheit ſeiner Herrſchaft mitgegeben.) Mit unge­wöhnlicher Herzlichkeit gratulierten Frau Anna und Herzog Albrecht, dagegen Heinrich zu ſeiner Wiedergeneſung von einer vorübergehenden Krankheit.)

) Krenner, III, S. 164-170.

) Dresden. Hauptſtaats⸗Arch., Copial I. Fol. 311312.

) Krenner, III, S. 118120.

* K. B. Reichsarchiv, Neuburger Copialbuch, X, 573575. Dres­dener Hauptſtaatsarch., Copial I, Fol. 311312.

) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 390. Er wählte den Umweg über Leipzig, vgl. ſpäter.

) Vgl. Krenner, III. S. 166167, und Gemeiner, III. S. 158165.

7) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 326.

) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 329.

Martgraf Albrecht Achilles I.