Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
261
Einzelbild herunterladen

Der neue Herr. 261

Am 13. Juli kam der Vergleich in Regensburg zuſtande. 60 000 Gulden wurden Margarete auf Friedberg, Aichach, Rain, Graisbach, Schrobenhauſen, Köſching, Geimersheim, Neuburg und Gerolfing verſchrieben. Herzog Heinrich behielt für Lud­wig, ſich und ſeine Erben ewige Wiedereinlöſung vor; beim Tode Margaretes ſollten ihm und ſeinen Erben 20 000 Gul­den zurückfallen. Margarete behielt ihre Ausſteuer, die Ge­ſchenke ihres Gemahls, die Hälfte alles beweglichen Gutes. Der Familienſchmuck, zu deſſen Auslöſung Heinrich 6000 Gulden zugab, Büchſen, Zeug und das Archiv ſollten Heinrich über­geben werden; auch das Auslöſungsrecht auf Höchſtädt, das für 12 400 Gulden an die Grafen von Helfenſtein verſetzt war, wurde ihm übertragen.

Als Erbe des Landes übernahm Heinrich die Verpflich tung, Margaretes Töchterlein, Prinzeſſin Katharina, die ihm am 2. Februar 1457 unverlobt überantwortet werden ſollte, ſtandesgemäß auszuſtatten. Albrecht erhielt 30 000 Gulden bar, 17000 Gulden als Verſchreibung auf Lauf und Hipolt­ſtein; nur das Wiedereinlöſungsrecht behielt ſich Herzog Hein­rich vor;) auf weitere 15 000 Gulden und einige von ſeinem Vater ererbte Anſprüche verzichtete Albrecht.)

Er verpflichtete ſich dagegen, den Gefangenen an Herzog Heinrich am 14. Auguſt zu überantworten.

Den ganzen Vertrag haben die Zeitgenoſſen als einen Menſchenhandel aufgefaßt,) ohne aber über dieſen Schacher eine beſonders große ſittliche Entrüſtung zu zeigen.

) K. Bamberger, Kr. A., Saal 1, K. 30; L. 1, Nr. 46.

) Fontes, rer. austricarum XLIV., S. 60. 1460 rühmte ſich der Markgraf:daß er ihm uff einen Tag ein gantz Land, das er dann mit dem Swert erobert habe, mit ſampt Cleynoten ober zwei mal hundert tuſent Gulden an fin ußgelegten Baarſchaft nachgelaſſen.

g 3) Quellen und Erörterungen zur bayr. Geſch., N. F. I, S. 711 bis 712. Deutſche Chroniken, II, S. 375.