Der neue Herr. 263
Auch das erbetene Geleit gewährte er, mit der Bedingung, daß Heinrich mit Ludwig in keiner Stadt oder keinem Dorfe ſeines Landes Halt machte, da er mit dieſer Angelegenheit nichts zu tun haben wolle.)
So konnten alle Punkte des Regensburger Vertrages pünktlich erfüllt werden. Mit 300 Reitern brachte der Markgraf den Gefangenen bis zum Längenfeld, wo ihn Herzog Heinrich mit 500 Reitern empfing. Einen von Ingolſtädter Bürgern beabſichtigten Verſuch, Ludwig zu befreien, hinderte der Rat dieſer Stadt. Der Gefangene wurde nach einem vierzehntägigen Aufenthalte in Landshut nach Burghauſen gebracht.
Herzog Heinrich wird es klar geweſen ſein, daß er die Früchte ſeiner energiſchen und zielbewußten Politik nicht ungeſtört pflücken und daß Mitleid oder Neid ihm den Beſitz des koſtbaren Pfandes ſtreitig machen werde.
Schon im Oktober ſandte Pfalzgraf Ludwig ſeinen Rat, Peter von Thalheim, nach Landshut, um über die Befreiung Herzog Ludwigs zu verhandeln.) f
Im November tagten die Räte Herzog Albrechts in Landshut. Herzog Heinrich ſchlug ihnen vor, mit dem Austrag über Herzog Adolfs Erbe bis nach dem Tode Herzog Ludwigs zu warten und ihm zu geſtatten, das Land Ludwigs einzunehmen. Dann ſollten die Landſchaften beider Herren über die ſtrittigen Erbſchaften entſcheiden.“) Solcher Vorſchlag war für Herzog Albrecht natürlich unannehmbar.
Durch die Anderung des Pfandbeſitzers hatte ſich nicht nur der Gegenſatz zwiſchen den Herzögen Heinrich und Albrecht, ſondern auch zwiſchen den Parteien der Ingolſtädtiſchen Landſchaft verſchärft; doch die Mehrheit“) der Landſchaft wollte den
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) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 385. Krenner, III, S. 208.
) v. Freyberg, Geſch. d. Landſtände, S. 533,
) Krenner, III, S. 219. Herzog Heinrich meint zwar„nur etliche“,„wohl der mindere Teil“.