264 Der neue Herr.
Kampf der Reden und Klagen wie einſt gegen den Markgrafen, auch gegen Heinrich fortſetzen. Als ihr Sprecher brachte Doktor Konrad Wolff alte und neue Anſchuldigungen vor die Frankfurter Reichsverſammlung.
Nicht ohne Eindruck blieben die Ausführungen des alten treuen Dieners, die ſich gegen Markgraf Albrecht, Herzog Heinrich und den römiſchen König in gleicher Schärfe richteten. Konrad Wolff legte dar, wie ſein greiſer Fürſt ſeit faſt vier Jahren die Freiheit erſehne, wie Markgraf Albrecht„ihn in Ansbach nach ſeinem Mutwillen mißhandelt“, des alten Herzogs Rechtsgebote„mutwillig verachtet und abgeſchlagen hätte“ und wie ſein Herr ſchließlich wie eine Ware verhandelt worden wäre.) Nur des Profites halber hätte Herzog Heinrich den Gefangenen gekauft. Hätte er doch von Herzog Ludwig und von der Landſchaft verlangt, ihn aller Schulden gegen Ludwig ledig zu ſagen und den Gefangenen um eine höhere, als die ausgegebene Summe zu löſen.„Unrecht und Unnatur“ wäre es, ſo rief der wackere Mann, daß der König Herzog Ludwig in die Hand des Fürſten gegeben hätte, der ehemals auf ihn einen Mordanfall gemacht hätte und noch immer in offener Fehde mit ihm lebte.“)
Allzu offenſichtlich zeige bereits Herzog Heinrich ſeine Abſichten; verſuche er doch die Landſchaft Herzog Ludwigs zu zwingen, mit der ſeinen zuſammen zu tagen und ſich mit ihr zu verbinden.
Noch weigere ſich die Ingolſtädter Landſchaft und halte
treu die ihrem Herren geſchworenen Eide. ; Zur Befreiung Herzog Ludwigs hätte einſt König Friedrich dem Landshuter Herzog das Reichsbanner anvertraut,
1) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Copialbuch X, S. 575—577 und Dresdener Staatsarchiv, Copial 1, Fol. 311—812.
2) Aventin V, S. 583585. Der Krieg 1436 war durch einen ſtets
wieder verlängerten Waffenſtillſtand abgeſchloſſen worden.
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