Der neue Herr. 265
nicht aber damit er ihm„in ſeinem freien Willen und fürſtlichem Statum mehr und großlicher irre“ als irgend ein anderer.|
Berufe ſich der Herzog auf des Königs Auftrag, ſo bewieſen kaiſerliches und päpſtliches Recht klar, daß alles,„was durch Twangſal beſchehe das man zu Latein nennet per metum et vim, kraftlos, tot und ab fein ſollte.“)}
Vergeblich verſuchte der anweſende Markgraf Albrecht in langer Rede den Eindruck abzuſchwächen. Er widerlegte die gegen ihn erhobenen Beſchuldigungen, wies nach, wie er auf Grund ſeiner eigenen Forderung Herzog Ludwigs Feind geworden wäre, und daß er in Regensburg nur die ihm von Ludwig d. J. werſchriebenen Auslagen zurückerhalten, ja ſelbſt von dieſen Verſchreibungen Beträchtliches nachgelaſſen hätte. Wer ihn eines Unrechtes zeihe, ſo rief er aus, dem wolle er vor dem König zu Recht ſtehen, wer ihn weiter verleumde, den fordere er ſeinerſeits vor den König.?) Den Anſchlag ſeiner Rede in der Stadt verlangte Albrecht von dem Frankfurter Rate.“)
Die Worte Wolffs, die drohende Intervention“) des franzöſiſchen Königs Karl VII., des Neffen Herzog Ludwigs, und die durch Albrechts Einmiſchung in die kirchliche Frage hervorgerufene Mißſtimmung der Kurfürſten gegen ihn, gaben den Ausſchlag. Die Kurfürſten erſuchten den König, ſeinen Auftrag an Herzog Heinrich als ungeſetzmäßig zurückzuziehen. Zur Vertretung dieſes Antrages und zum Verhör der Widerrede ſchickten die Kurfürſten Geſandte an den Hof.
) Dresdener Staatsarchiv, Copial 1, Fol. 311312.„Clag und Furbringen Konrad Wolff von wegen des hochgeborn betrubten Gefangen furſten Herzog Ludwigs d. A. uſw. auch ſeiner armen betrubten Gemeiner Lantſchafft“.
) Aus dem ſpäteren pro Memoria, Gemeiner, III, S. 158165.
) Frankfurter St. A., Fasc. 57, Nr. 4282,
12 13 Tuetey, Les écorcheurs sous Charles VII, Bd. II. 137, 158, 166167 und Gemeiner, Regensb. Chronik III, S. 137.