266 Der neue Herr.
Die„Widerrede“ ließ nicht warten. Mit grimmem Hohne wies Herzog Heinrich aus der Geſchichte der Empörung nach, daß nicht die meineidige Landſchaft, ſondern er,„der abgeſagte Feind“, den man ſo oft zu den Gegnern Ludwigs habe herüberziehen wollen, der einzige Freund und Beiſtand des Greiſes geweſen wäre. Er bewies, daß die Landſchaft immer und immer wieder aus Furcht und kleinlichen Bedenken die Löſung ihres Herren hintertrieben hätte.
Dem königlichen Auftrag an ihn, den ſie jetzt bekämpften, hätten die Räte der Landſchaft einſt zugeſtimmt. Als Beauftragter des Königs habe er in Regensburg entſchieden, und nie mehr als Zurückerſtattung ſeiner Ausgaben, am wenigſten Tilgung ſeiner Schulden verlangt.“)
Der dringenden Ladung des Königs an ihn und den Markgrafen, zum 1. Januar Räte an den Hof zu ſenden, wo die Botſchaften des franzöſiſchen Königs, der Kurfürſten, Her
zog Albrechts und der Landſchaft fie erwarteten,) folgten Onkel und Neffe nicht, da die Ladung erſt am 24. Dezember in Landshut eingetroffen war.?)„Der Herzog mit den weiten Armeln“, wie das Volk Heinrich nannte,“ gab nicht leicht heraus, was er einmal hatte.
Heinrichs Zorn gegen die Landſchaft die beim König Herzog Albrecht, dem Pfalzgrafen unermüdlich gegen ihn arbeitete, war groß. Er verweigerte ihrer Geſandtſchaft ſelbſt in der Geſellſchaft königlicher Räte das Geleit; Herzog Albrecht wurde
) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Copialbuch X, S. 568577. Vgl. v. Freyberg, Geſch. d. Bayer. Landſtände I, S. 507.
2) Aventin, V,. S. 586. Chmel, Sitzungsberichte d. Wiener Akademie 1850, S. 619 mit falſcher Adreſſe an Herzog Friedrich von Sachſen.
3) Aventin, V, S. 586.
) Hefner, Geſch. d. Regierung Albrecht IV. Oberbayr. Archiv XIII, 3, S. 233.„Er hatte das Geld zu über viel lieb,“ ſetzt Ulrich Fütrer, als einzigen Fehler an ihm aus. Oberbayr. Archiv V. S. 63.