Der neue Herr. 267
wieder durch ſtändige Beſchwerden beunruhigt.*) Dem Pfalzgrafen Ludwig') und Herzog Albrecht ſchrieb er, daß er hoffe, es ſei unwahr, wenn man ſich im Ingolſtädter Lande erzähle, daß fie die Landſchaft gegen ihn unterſtützen wollten.“)
Im Februar und März ſpitzte ſich die Lage ſo zu, daß Heinrich den Krieg erwarten konnte. Den Pfalzgrafen Otto von Mosbach, die Grafen Ulrich und Ludwig von Württemberg, den Markgrafen Johann, die Grafen von Oettingen erſuchte er, die über ihn ausgeſtreuten Gerüchte nicht zu glauben und, falls die Landſchaft und ihre Helfer ihn angreifen würden, ihm Hilfe zu ſenden.“) Albrecht kämpfte damals in dem blutigen Bruderzwiſt der ſächſiſchen Herzöge mit. Herzog Heinrich forderte ihn auf, heimzukommen, ſeine anderen Unternehmungen liegen zu laſſen,„wann das euer auch euer Schweſter und unſer Notdurft vaſt wäre“. Sei ihm das unmöglich, ſo möge er ſeine Anwälte anweiſen, ihm nach ihrer Regensburger Abmachung 300—400 Reiter zu ſenden.
Aber das Mitleid allein hat wohl ſelten einem Fürſten das Schwert in die Hand gedrückt; nur in Vermittlung ſchrieb der Pfalzgraf, könne die der Landſchaft zugeſagte„Troſtung“ beſtehen.) Und Herzog Albrecht war nicht der Mann, die Scharte, die feine laue, energieloſe Politik geſchlagen, in einem Augenblicke auszuwetzen, indem ſeine Waffen von den Sympathien aller Unbeteiligten begleitet, ſeine Intereſſenpolitik durch die Vorgabe einer edlen Entrüſtung gedeckt, die Ausſicht auf Erfolg durch die Hilfe der Landſchaft Ludwigs und die Abweſenheit des Markgrafen eine große geweſen wäre.
. Der Vorwurf, daß er„ſäumig und nachläſſig“ wäre, der ihm im Mai nach dem Tode Ludwigs gemacht wurde, trifft ihn zu deſſen Lebzeiten in viel höherem Grade.
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) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII. S. 300—402. 2) Krenner III, S. 217218.
3) Kren ner„III, S. 213—214.
) Krenner„III, S. 218223.
) Krenner, III, S. 229,