268 Der neue Herr.
Wie ſehr Heinrich im Beginne des Jahres 1447 einen Krieg fürchtete, das zeigt die Mahnung Landshuts an München, alles aufzubieten, daß ihre beiden Fürſten nicht in Krieg gerieten.“)
Am 16. April 14472) tagten die Botſchafter des römiſchen Königs, des Königs von Dänemark, der Kurfürſten von der Pfalz und Brandenburg, der Biſchöfe von Salzburg, Paſſau und Regensburg, der Städte Nürnberg und Augsburg in Landshut. Den Abgeſandten des Tages antwortete der Gefangene, daß er ohne ſeine Landſchaft keine Verpflichtungen eingehen wollte.“)
Den Boten der Landſchaft, die am 30. April Zutritt zu ihrem Herrn verlangten, verweigerte ihn Heinrich wie bisher: um ſo mehr vielleicht, weil der Gefangene bereits ſehr krank und geſchwollen war.“)
„Auf einen Stul ſitzend, ohne Beicht und unverſorgt mit den hailigen Sakramenten“ verſchied Ludwig in der Nacht vom
1. auf den 2. Mai. Er wurde, da er ſich immer noch im Banne befand,„yn dem Kloſter zu Breiten Haslach vergraben, do er weder mit Geleuchte noch anderen fürſtlichen Würdin und Gezierd verſehen oder verſorgt iſt“.
Es wurde Herzog Heinrich, der ſich ſofort um Löſung des Bannes bemühte,) verübelt, daß er Ludwig nicht in Ingolſtadt„yn den Grebnus die er ym ſelber erwelt und geſtift hat“, hatte beiſetzen laſſen.“)
1) Krenner, III, S. 178186.
2) Nürnberger Kr. A., Nürnberger Briefbücher, XVIII, S. 208.
3) Krenner, III, S. 238.
4) Vgl. dagegen die unrichtige Darſtellung, Städte⸗Chroniken IV, S. 125.
5) K. B. Reichsarchiv, Neuburger Kopialbuch XXXIV, S. 51. Am 28. Juni erteilte Papft Nikolaus in der Tat die Erlaubnis zu einem kirchlichen Begräbnis.
6) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 465472. Die gegebenen Zitate ſind aus der Inſtruktion der an den königlichen Hof ge