Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
284
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284 Kirche und Reich.

einte die Mehrheit der Kurfürſten ihre Stimmen auf den Er­ben des Einfluſſes und der Macht König Albrechts,den na­türlichen Repräſentanten aller Rechte Habsburgs.)

Daß auch der rollende Gulden bei dieſer Wahl mitgeſpielt hat, iſt nicht allzu wahrſcheinlich.)

1) Bachmann, Deutſche Könige und die kurf. Neutralität, Ar­chiv f. öſterr. Geſch., Bd. 75, S. 69.

2) Pückert, Kurf. Neutralität, S. 150, erhebt dieſe Anklage ohne die von ihm vorgebrachten Verdachtsgründe hinreichend geprüft zu haben. In der Tat findet ſich in dem Memorandenbuch König Frie­drichs(Chmel, Geſch. K. Friedrich I., S. 585) ein Eintrag:Item 50 000 Gulden Dukaten zu des von Sachſen Zahlung zu Nürnberg zu dem Heiratgut. Gerade der Zuſatzzu dem Heiratgut vermehrt den Verdacht Pückerts; er verrät nach ſeiner Anſichteine gewiſſe Angſtlich­keit, mit der auch im engſten Kreiſe die wahre Beſtimmung verborgen ward. Darüber, daß der Schreiber noch hinzugeſetztzu Nürnberg ſpricht ſich Pückert nicht aus, obgleich dieſer Zuſatz im Falle der Richtigkeit ſeiner Annahme ganz unnötig wäre. Die Verhandlungen über die Hei­rat Herzog Wilhelms von Sachſen mit der Tochter König Albrechts, Anna, dem Mündel König Friedrichs, wurden zwar in Frankfurt ge­führt,(Chmel, Reg. Friederic' Imp. No. 588 ff.), aber beide Parteien nahmen gerade Nürnberg als neutrale Stadt an, und gerade in Nürnberg ſollte die Zahlung erfolgen.(Chmel, Reg., Nr. 585. Müller entdeckt. Staatskabinet IV, S 206, vgl. Chmel, Materialien uſw., I, 2, S. 322.) Am 21. Mai 1443 empfingen die Herzöge in der Tat das Fräulein Anna in Nürnbergerlichen als ſich einer ſolchen Fürſtinne zymet und gebüret.(Koblenzer, St. A., Kurtrier, Aktenarchiv, Perſo­nalien der Erzbiſchöfe Nr. 5, Bl. 41.)

Pückert übergeht weiter völlig, daß gerade dieſer Eintrag nicht von der Hand des Königs geſchrieben iſt, wie das ganze übrige Memorandenbuch, und daß die Summe von 50 000 Gul­den einer der Poſten iſt, die, wie der Schreiber ausdrücklich angiebt, König Friedrichzu des Landes zu Sſterreich Nöten hat ge­liehen, die der König alſo als Vormund der Kinder König Albrechts und Verwalter des Landes Sſterreich vorgeſtreckt hat. Die 50 000 Gul­den ſtehen alſo keineswegs, wie Pückert behauptet, unterAusgabepoſten im Memorandenbuch aufgeführt. Daß einzelne der an der gleichen Stelle aufgeführten Poſten vom Könige tatſächlich geliehen ſind, läßt ſich auch beweiſen.(Chmel, Reg. Nr. 14. Kollar, Analecta Monument omnis aevi Vindob. II, S. 849.) Es kommt hinzu, daß der Eintrag,