Kirche und Reich. 285
Es iſt auch nicht erſichtlich, wie König Friedrich kurze Zeit nach Beginn ſeiner Regierung die notwendigen großen
auf den ſich Pückert bezieht, wie leider Chmel nicht ausdrücklich bemerkt hat, ſogar von einem dritten Schreiber mit blaſſerer Tinte nachgetragen iſt.(Wien, K. K. Hofbiblb. 2674, vgl. das eingerückte Item, die charakt. 3 und S.)|
Zweifellos läßt ſich daher das Datum dieſes Eintrages überhaupt nicht beſtimmen, mit Sicherheit nur, daß ſich Pückert geirrt hat. Pückert behauptet, der Poſten von 50 000 Gulden ſtehe mit dem Tag zu Haimburg, 23. Aug. 1440, in Verbindung, auf dem ſich Friedrich mit der Witwe König Albrechts, Eliſabeth, über die Verwaltung Hſterreichs und die Vormundſchaft Ladislaws geeinigt hat.'
In der Tat wird einer der Poſten, die der König in den Nöten des Landes Hſterreich geliehen hat, bezeichnet:„Item ſunder hat meines Herren Gnaden, gegeben der Königin nach Innhaltung der Taiding zu Haimburg zu derſelben Bezahlung 3000 Gulden.“ Die Taiding vom 23. Auguſt 1440 enthält aber gar nicht, daß der König Eliſabeth 3000 Gulden zahlen ſoll, ſondern 5000 Gulden, die er in der Tat ſofort voll bezahlt hat.(Kollar a. a. O., S. 845-851, Chmel, Reg. Nr. 98 und 99. Vgl. auch Lichnowsky, Geſch. d. Hauſes Habsburg VI, Reg. 204.) So it es keineswegs ſicher, daß es ſich ſelbſt nur bei dieſem Eintrage um den Haimburger Tag 1440 handelt; möglich wäre auch der Tag zu Haimburg im Juni 1441.(Chmel, Reg. Nr. 282, Nr. 4.) Sicher iſt jedenfalls, daß der dieſem Eintrage folgende und dem über das Heiratgut vorhergehende Poſten ſich auf das Jahr 1441 bezieht. Denn im Juni 1440 hatte König Friedrich die ca. 10 000 Gulden zur Bezahlung der Söldner König Albrechts noch nicht geborgt; er tat das erſt im Laufe des nächſten Jahres.(Vgl. Chmel, Reg. Friedr. Nr. 282, Nr. 6. Vgl. Nr. 299, 328, 329, 1477.) Nach dieſem Poſten für die Söldner zieht der erſte Schreiber die Summe aller Poſten, die ſich auf ca. 79 000 Gulden beläuft. Ein zweiter Schreiber ſchreibt dann ſpäter unter dieſer S 50 000 Gulden Dukaten, zu des von Sachſen Zahlung zu Nürn
erg zu dem Heiratgut“. Dieſe Zahlung muß alſo nach 1442 erfolgt
1 Ferner iſt es ganz ausgeſchloſſen, daß, wie Pückert meint, auf dem 3 zu Haimburg, auf dem Buſſe von Vitzthum als ſächſiſcher Rat S Friedrich und ſeinem Schwager, dem Kurfürſten von Nee ie Verabredung über Beſtechungen bei der Königswahl ſtatt4 en hätten. Um ein ſolches Geheimnis haben die Vitzthum nicht ewußt, ſonſt hätten ſie es in ihrem ſpäteren, mit aller Gehäſſigkeit geführtem Streite gegen die Herzöge aufgedeckt.