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Summen hätte aufbringen können. Gerade damals wurde er im eigenem Lande von ſeinem, Aufteilung des Landes fordern
Mit einiger Sicherheit läßt ſich alſo annehmen, daß der Eintrag ſich auf das in Nürnberg ausgezahlte Heiratsgut von König Friedrichs Mündel Anna bezieht. Freilich hat Anna nur 30 000 Gulden bar mitbekommen.(Vgl. Müller, Entdeckt. Staatskabin. IV, S. 231246.) Aber ihre Ausſteuer war außerordentlich koſtbar. Der Schreiber brauchte zwei große Doppelbogen, um die einzelnen Stücke der Ausſteuer„Junkhfrauen Anndleins“ aufzuzählen.(Wiener Staats⸗Arch., Bd. 43, S. 40 bis 42.) Es waren darunter zwei Halsbänder, 12 Heffte, 32 Ringe, 3 Gürtel, 12 größere Schüſſeln uſw., ein vergoldeter Wagen mit Tüchlein und Polſter und 6 Pferden, 4 Zelte mit Pferden wohl zugerichtet, mit Sattel uſw., Damaſtkleider für die Königstochter und ihre Frauen. Rechnet man dieſe Ausſteuer mit 20 000 Gulden, ſo iſt des Rätſels Löſung gegeben.
Die Urkunden, die Pückert S. 150—152 für die Tätigkeit des Kurfürſten von Sachſen anführt, beweiſen nur, daß der Kurfürſt mit großem Eifer die Wahl Friedrichs betrieben hat. Der Vertrag mit Kurmainz über die Eroberung des Mainziſchen Lehens Blankenhain iſt ein nicht ganz ſauberer Plan zur Beraubung der Grafen von Gleichen, bei der beide Teile Vorteil, der Lehensherr natürlich den größeren hatte. In dem Vertrage mit dem Erzbiſchofe von Köln erklärt Herzog Friedrich ſeine Bereitwilligkeit, ſeinen Kandidaten nach ſeiner Erwählung zu bitten, ſeine Schweſter dem Herzog Gerhard von Jülich, einem Großneffen des Erzbiſchofs zur Frau zu geben. Im Falle die Ehe nicht zuſtande käme, verſprach Kurfürſt Friedrich ſeinem Kandidaten zu bitten, dem Erzbiſchof 60 000 Gulden auf einige Jahre zu leihen. Auch die Friedensvermittlung zwiſchen dem Reiche und dem
Herzoge von Burgund ſollte der künftige König dem Erzbiſchofe über⸗ f
tragen. Nur dieſe letzte Bedingung hat ſpäter König Friedrich erfüllt; ein Opfer kann darin nicht gefunden werden. Von einer Ehe Ger
hards von Jülich mit einer Schweſter Friedrichs iſt nie die Rede ge⸗ N ö
weſen; dagegen hat Gerhard eine Prinzeſſin von Sachſen geheiratet| (Lacomblet, Niederrh. Urkundenbuch IV, S. 353.) So iſt es noch nicht 1 einmal ſicher, ob im Januar 1440, dem Datum dieſes Vertrages He! zog Friedrich überhaupt ſchon der Kandidat des Sachſen war. Auf alle Fälle hat der ſächſiſche Kurfürſt in keiner Urkunde je auch nur angedeutet, daß er vom Herzog von Sſterreich Vollmacht zu irgendwelchen Verſprechungen habe. Kurfürſt Friedrich hat übrigens, um ſeinen Kandi
daten durchzuſetzen, auf eigene Verantwortung gar vieles verſprochen, 1
was nachher nicht gehalten wurde. So fordert der Erzbiſchof von Trier=