Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
291
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Kirche und Reich. 291

entſchiedene Parteinahme des Königs für den jungen Herzog gegen feinen Vater Ludwig d. A. an das königl. Intereſſe gefeſſelt.)

Mit Herzog Ludwig und dem Biſchof von Augsburg ritt der König am 29. April in Nürnberg ein. Bald eilte auch Markgraf Albrecht dorthin,?) um mit dem neuen König in Ver­bindung zu treten. Der Erzbiſchof von Trier und die Herzöge von Sachſen trafen gleichfalls in Nürnberg ein. War auch für die Politik der weltlichen Kurfürſten noch immer Friedrich von Sachſen der Einflußreichſte, ſo ſchien es dem Könige doch nützlich, auch den jungen Markgrafen Albrecht, den Vertreter eines Hauſes, das im Dienſt der römiſchen Könige groß gewor­den war, an ſich zu feſſeln. Er ſicherte deshalb der Schweſter Albrechts die reichen Verſchreibungen ihres Gemahls, Herzogs Ludwig von Bayern, auf Schlöſſer und Städte zu,) die recht­mäßig nicht dem jungen Herzoge, ſondern ſeinem Vater Lud­wig d. A. gehörten.

Es war ein hiſtoriſcher Augenblick, als ſich zum erſten Male König Friedrich und Markgraf Albrecht gegenüber ſtan­den, deren Schickſal ſich ſo innig miteinander verflechten ſollte.

Dem ſtets mißtrauiſchen, nüchternen, zum Dulden geborenen Habsburger, der mutige, unbekümmerte, gewalttätige, kraft­ſtrotzende Hohenzoller, deſſen Narben von ſeinen Siegen in

) Am 4. Mai kommt vor dem Hofgericht ein Streit Albrechts mit dem Grafen Johann von Oettingen zur Verhandlung. Städte⸗Chr. III, S. 366. Vgl. Janſſen, Frankf. Reichskorreſp. II, S. 27. Nr. 58. b. Kraus, Deutſche Geſch. im Ausgange des Mittelalters, S. 89. Am 15. Auguſt vertrug ſich Albrecht mit dem Grafen Hans v. Oettingen auf 10 Jahre. Bamberger, Kr. A., Fehdeakten, Fasz. I, S. 13. Am 7. Mai erbat ſich Herzog Ludwig d. J. im Streite ſeines Rates Albrecht von Rietheim gegen Wörth vom König als ſeinen Anwalt Albrecht. Die Beſtätigung der von Rietheim erwirkten Achterklärung konnte Albrecht nicht durchſetzen, da König Friedrich auf Bitte des Augsburger Bürger­meiſters Peter von Argun die Sache vertagte. Augsburger Stadtarchiv, Miſſivenbuch 105, IV, a. S. 432.

)Chmel, geg. Nr. 516.

°) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII, S. 178. 28. März 1442 Droh. Warnung d. Königs an Ludwig d. K.