292 Kirche und Reich.
Schlacht und Turnier, deſſen Augen von den Niederlagen ſchöner Frauen und manchen wüſten Gelagen erzählten.
In Tirol und im Schweizerlande bleibt der Wanderer auf ſeinem Wege manches Mal beſchaulich vor Häuſern ſtehen, die zierlich mit klugen Sprüchen geſchmückt ſind; leicht erkennt er aus ihnen Sinn und Weſensart des Mannes, der ſich das Köuschen erbaut hat.
Kein beſſeres Mittel zur Charakteriſtik König Friedrichs beſitzen wir, als die Sprüche, die er in ſeinem Memorandenbuch verzeichnet oder im Kreiſe ſeiner Freunde geſprochen hat.
Seltſam nur iſt es, daß die Sprüche, die ihm als Jüngling der Aufzeichnung wert erſchienen, ſo ganz der gleichen Weſensart entſprechen, wie die Worte, die er als Greis geſprochen und geſchrieben hat.
In keinem Zuge glich Friedrich ſeinem kühnen, ſtets rührigen Vater, dem„eiſernen“ Herzog Ernſt, in vielen ſeiner Mutter Cimburgis,) einer polniſchen Prinzeſſin. Mit der Fauſt hatte dieſe Frau Nägel in die Wand zu ſchlagen, mit den Fingern Haſelnüſſe zu zerdrücken vermocht; aber ſie war ſtets ſchlichten und demütigen Sinnes geblieben. Faſten und Kaſteiungen ſchienen ihr weit über die Gebote der Kirche hinaus für ihr Seelenheil nötig.
Die große Geſtalt, das ſträhnige, flachsblonde Haar hatte wohl Friedrich von ihr, obgleich ſonſt ſein Geſicht die typiſchen Eigentümlichkeiten der Habsburger zeigt.“)
) Steffanides, Ernſt der Eiſerne, Herzog v. Steiermark
und ſeine Gemahlin Cimburgis, die zweite Stammmutter d. H. Habsbg. Progr. Böhmen, Leipa 1899. Kalt) 101 erhalt. Bilder d. Kaiſers zählt auf: Scheffler. Die PorAunfünt eutſchen Kaiſer und Könige i. ſpät. Mittelalter. Repertor. f. 5 HL XXIII, S. 427—431, Eine Münze mit einem außer3 1. 5 ildnis beſitzt das k. Berliner Münzkabinet. Vgl. das gute Muſeum 5 richs bei der Kaiſerkrönung. Mitteil. a. d. german. Nat. Ruſeum 8195. Lichnowsky, Geſch. d. H. Habsbg. VI, reproduziert ein Bild a. d. Ambraſer Sammlung.
rer. ar Albreck Polit.
ſchreibt ſterben S. 407
trefflic Heinrie