Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
296
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296 Kirche und Reich.

So recht in ſeinem Sinne war es, wenn ihm Herzog Sigismund von Tirol jährlich 2000 Mark Silber verſprach, weil erder Fürſten zu Oſterreich Alteſter und Vorgeher wäre und aus ſeiner Regierung des römiſchen Reiches dem ganzen Haufe Oſterreich großes Aufnehmen, Nutzen und Frommen wachſen würde.)

Zum Nutzen des Hauſes Oſterreich hatte ihn Gott die Kaiſerwürde anvertraut, und in dieſem Sinne verwaltete er, der Alteſte und Regierer des Namens und Stammes des Fürſtentums und des ganzen Hauſes Oſterreich) ſein Amt.

Mochte er noch ſo gedemütigt werden, mochte ihm tat­ſächlich Land und Rechte lange ſchon mit Gewalt entriſſen ſein, formell gab er nicht ein Titelchen von den verjährten Anſprüchen ſeines Hauſes') oder von den Prärogativen ſeiner Würde auf, die ja wie er wußte, feinem Hauſe für ewige Zeiten be­ſtimmt war.

In den Tagen, als übermütige deutſche Fürſten ihn miß­handelten, ſeine Räte mit den aufſtändiſchen Oſterreichern, Un­garn, Böhmen feilſchten, hielt er es für nötig, den öſterreichiſchen Herzögen ſeiner Linie den Erzherzogtitel zu verleihen.

Nie hat dieſer Kaiſer das Staunen darüber verlernt, daß. Menſchen es wagen konnten, ſich gegen ſeine kaiſerliche Majeſtät

von Eugen IV. beſtellten Tiarta,eines Wunderwerkes an Pracht und

Reichtum mit 38 000 Goldgulden angiebt. Ungefähr zwei Millionen

Franken ſind, wie Paſtor meint, 38 000 Goldgulden wert. Dieſe An­

gabe iſt aber durchaus unrichtig. Vgl. Städte⸗Chron. I, S. 228230.

38 000 Goldgulden haben nur einen Wert von ungefähr 500 000 Franken. ) Chmel, Materialien I. S. 60. Reg. Frid. Nr. 2052.

Sin! geißberg, Der öſterr. Erbfolgeſtreit nach dem Tode des Wa Ladislaus, Poſthumus, Arch. f. öfterr. Geſch. Bd. 58, S. 45. 3 1 7 iſt das Verhalten des Kaiſers zur Eidgenoſſenſchaft zu zum S eee e der ſchweiz. Eidgenoſſenſchaft bis . 4, 40, 448 ge. Polit. Jahrbuch der ſchweiz. Eidgenoſſenſchaft V,

Ch mel, Material z. österr. Geſch. II, S. 3638. Du Mont 8 Universel, III, S. 194. Vgl. Huber, Geſch. von Oſterreich, III. ‚64 Britz, Geſch. d. Landes ob der Enns, II, S. 228.