Kirche und Reich. 301
günſtigen Augenblick zur Rache erlauerte, ſondern daß er wirklich veigeſſen hatte.
Aber nicht nur Böſes, auch ihm geleiſtete Dienſte ver— gaß er ſchnell. 5
Wenige Jahre, nachdem Markgraf Albrecht dem Kaiſer die Krone gerettet hatte, warnte er ſeinen Bruder, den Handel mit den Herzögen von Stettin der Entſcheidung des Kaiſers zu überlaſſen:„Denn er nimmt Geld und läßt uns alle untergehen!.)
Nicht gerade habſüchtig war der Kaiſer, er wußte nur allzu ſehr des Geldes Wert zu ſchätzen. Schimmernde Perlen, blitzende Edelſteine und fein geſchnittene Gemmen bedeutete es für ihn, Dankbarkeit, Liebe und Ergebenheit, ja, wenn nötig, Soldaten konnte er ſich mit ihm kaufen.
Und da er der anderen Menſchen Wollen, Streben und Hoffen gar gering einſchätzte, ſo ſuchte er ſtets aus ihren Verlegenheiten und kleinen Eitelkeiten ſeinen Vorteil zu ziehen.
Überall, wo im Reiche ein Geſchäft, ſelbſt ein ſchmutziges, zu machen war,„wollte er mitnießen“.“)
Habgierig erſchien er darum ſeinen Zeitgenoſſen, äußerlich nur ſein Stolz.
Wer ihn nicht genau kannte,) dachte und ſchrieb über
7 1) Archiv f. öſterr. Geſch., VII, 40—41. Riedel, Cod. dipl. III, 1, S. 428. Vgl. Burkhardt, Korrekturen und Zuſätze zu Quell. Schrift. f. Hohenzolleriſche Geſch., S. 11.
2) Vgl. den unſauberen Handel mit Martin Mair, 1464, mit den Regensburger Juden 1476, Gemeiner, Regensbg. Chr. III, 604— 610.) Vgl. Voigt, Georg v. Böhmen, der Huſſitenkönig, hiſtor. Zeitſchr., V, S. 450. Der Kaiſer ſoll den Neuſtädter Kammerjuden Geld zum Wucher vorgeſtreckt, und ſich an ihren Geſchäften beteiligt haben. Vgl. Chmel, Materialien 3. öſterr. Geſch., I. S. 324. Den Handel bei Verheiratung ſeines Mündels Eliſabeth uſw. Seine Judenfreundlichkeit hat ihm vielfach den Spott feiner Zeitgenoſſen zugezogen. Scherer, Die Rechtse NN Juden, S. 422. Anm.
ie Aeneas Silvi j.. i ehren Ten e ee Au Carvajal es taten. Vgl. G. Voigt,