Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
308
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308 Kirche und Reich.

der König in Baſel eingeritten, ein entſchiedener Gegner des Konziles, verließ erbei Nacht und Nebel die Stadt.)

Freilich, die reiche Braut hätte Friedrich gern für ſeinen Bruder Herzog Albrecht geworben,?) doch Papſt Felix wollte mit ihr und ihrer Mitgift Wichtigeres gewinnen.

Das Konzil hatte willig mit unweſentlichen Anderungen die Forderungen des Königs und der Kurfürſten angenommen.

Ganz andere Stimmung fanden die deutſchen Boten in Rom.

Papſt Eugen, dem damals wohl gerade die Begegnung des

Königs mit den Söhnen ſeines Gegners und ſein Beſuch in Baſel gemeldet wurde, erhob ſich im geheimen Konſiſtorium mit ſeiner ganzen, von faſt allen Völkern anerkannten Auto­rität gegen die Neutralität, wie gegen dietörichten und ſchändlichen Dogmen der Baſeler.

Sein Zorn über die Schwenkung der Kurfürſten war gerecht; den, der ſie veranlaßt hatte, nannte er ihrenErwähl­ten, überſah mißachtend ſeine Krönung. Einunzweifel­haftes Konzil, das Gott durch die Herſtellung der Griechen­union geſegnet habe, ſei verſammelt. Er wolle es nach Rom verlegen, aberNeutrale könnten auf einem rechtmäßigen Konzile nicht zugelaſſen werden. Die Verlegung des Konziles­war ein deutlicher Wink, daß ſich der Papſt jetzt wieder als Herr im eigenen Hauſe fühlte.

Nach löblichem Gebrauche der Kurie ließ man die Boten den Zorn über ihre Botſchaft nicht entgelten. EinPrivat­

i 1) Voigt, Enea Silvio, I. S. 272. Vgl. Lager, Jakob von Sirk. Trieriſches Archiv 1899, Heft II. S. 21.

) Koblenzer Staatsarchiv, Kobl. Kurtrier A., Perſon. der Erz­biſchöfe, Nr. 5, Bl. 37.

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