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der König in Baſel eingeritten, ein entſchiedener Gegner des Konziles, verließ er„bei Nacht und Nebel“ die Stadt.“)
Freilich, die reiche Braut hätte Friedrich gern für ſeinen Bruder Herzog Albrecht geworben,?) doch Papſt Felix wollte mit ihr und ihrer Mitgift Wichtigeres gewinnen.
Das Konzil hatte willig mit unweſentlichen Anderungen die Forderungen des Königs und der Kurfürſten angenommen.
Ganz andere Stimmung fanden die deutſchen Boten in Rom.
Papſt Eugen, dem damals wohl gerade die Begegnung des
Königs mit den Söhnen ſeines Gegners und ſein Beſuch in Baſel gemeldet wurde, erhob ſich im geheimen Konſiſtorium mit ſeiner ganzen, von faſt allen Völkern anerkannten Autorität gegen die Neutralität, wie gegen die„törichten und ſchändlichen Dogmen“ der Baſeler.
Sein Zorn über die Schwenkung der Kurfürſten war gerecht; den, der ſie veranlaßt hatte, nannte er ihren„Erwählten“, überſah mißachtend ſeine Krönung. Ein„unzweifelhaftes Konzil“, das Gott durch die Herſtellung der Griechenunion geſegnet habe, ſei verſammelt. Er wolle es nach Rom verlegen, aber„Neutrale“ könnten auf einem rechtmäßigen Konzile nicht zugelaſſen werden. Die Verlegung des Konzileswar ein deutlicher Wink, daß ſich der Papſt jetzt wieder als Herr im eigenen Hauſe fühlte.
Nach löblichem Gebrauche der Kurie ließ man die Boten den Zorn über ihre Botſchaft nicht entgelten. Ein„Privat
i 1) Voigt, Enea Silvio, I. S. 272. Vgl. Lager, Jakob von Sirk. Trieriſches Archiv 1899, Heft II. S. 21.
) Koblenzer Staatsarchiv, Kobl. Kurtrier A., Perſon. der Erzbiſchöfe, Nr. 5, Bl. 37.
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