Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
309
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Kirche und Reich. 309

handel brachte den Bruder Caſpar Schlicks, des Führers der Botſchaft, Anwartſchaft auf das nächſte freie Bistum.)

Der Reichstag in Nürnberg, dem die aus Baſel und Florenz heimgekehrten Botſchaften Bericht erſtatteten, verlief fruchtlos, ſoweit nicht nach dem Spottwort des Aeneas Silvius jeder Reichstag fruchtbar war, da er einen anderen gebar.

Nun aber begann mit trefflichem Erfolge Papſt Felix mit dem gleichen Köder, den der König verſchmäht hatte, die Kurfürſten zu locken. Seine Enkelin wurde mit dem drei­jährigen Söhnchen des Herzogs Friedrich von Sachſen,) feine Tochter Margarete mit dem jungen Pfalzgrafen) verlobt.

Der früher ſo eifrig päpſtliche Jakob von Sirk hatte ſich gegen entſprechende Vergütung in bar und in Privilegien als gefälliger Heiratsvermittler bewährt.) Der Erzbiſchof von Köln verharrte auf feinem altem konzilfreundlichem Stand­punkte.

Auf dem Novemberreichstage 1443 in Nürnberg, den der König wieder einmal nicht beſuchen konnte, kam die Sinnes­änderung der Kurfürſten ebenſo überraſchend wie deutlich zum Ausdrucke; die dort erſchienenen kurfürſtlichen Räte verlangten. dringend eine endgültige Entſcheidung in der Kirchenfrage.

Y Dieſes Bistum war Freiſing. Es entſpann ſich um dieſes. Bistum ſpäter ein heißer Kampf zwiſchen dem Baſtard, Johanns von Bayern, Grünwalder, den das Kapital erwählt hatte, und dem Günſt­linge des Papſtes, Heinrich Schlick; nach wechſelvollen, für die ganze Kirchenpolitik einflußreichen Vorgängen blieb Grünwalder in dem 6 0 0 Beſitze des Bistums. Hufnagel, Caſpar Schlick a. a. O.,

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) Du Mont, Corps dipl., III. S. 122-128. 85 Guichenon, Historie Geaealog., de la maison de Savoye, 5 1 Du Mont, a. a. O., S. 141. Lunig, Part. Spec. Cont., II., .) Koblenzer Staatsarchiv, Kurtrier, Aktenarchiv, Perſonalien Erzbiſch. Nr. 5, Bl. 41.| N