Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
310
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310 Kirche und Reich.

Eine Aufforderung, die einer Vorladung ähnlich ſah, berief den König zum 2. Februar 1444 nach Nürnberg.)

Der König war über den neuerlichen Frontwechſel der Kurfürſten nicht wenig erſchreckt, zumal eine Flugſchrift aus Gregor Heimburgs geſchickter Feder, in des Sachſen Auftrag geſchrieben, für eine Wiederbelebung und allgemeine Be­ſchickung des Konziles auch das Volk zu gewinnen ſuchte.

Aber König Friedrich wußte jetzt, wie gefährlich der Weg war, auf den die Kurfürſten ihn führen wollten; hatten doch faſt alle Fürſten Europas auf ſein Erſuchen, über die Be­rufung eines neuen Konziles gemeinſam zu beraten, mit einer Obedienzerklärung für Papſt Eugen geantwortet. Nur Karl VII., durch die päpſtliche Anerkennnug des aragoniſchen Anſpruches auf Neapel gereizt, hatte trotz bereits geleiſteter Obedienz einen Fürſtenkongreß zur Beſeitigung des Schismas vorgeſchlagen.)

Den Bemühungen des päpſtlichen Legaten Ceſarini dankte König Friedrich den zweijährigen Waffenſtillſtand mit König Wladislaw von Polen und Ungarn. Die aufrichtige Verſöhnung mit ſeinem Bruder Herzog Albrecht und dem Grafen von Cilly erlaubte ihn, in ſeinen Erblanden, endlich von hartem Drucke befreit, aufzuatmen; er konnte ſich wieder einmal perſönlich denSachen der Kirche und des Reiches widmen. Noch eine andere größere Sorge trieb ihn in das Reich; das mit ihm verbündete Zürich ſah ſeinem Falle und einem furchtbaren Blutbade entgegen.

Die ſchöne Limatſtadt hatte ſich im Hader um das Erbe des Toggenburger Grafen mit den Eidgenoſſen aus Schwyz und Glarus entzweit. Die kluge und folgerichtige Politik des

Bachmann, Deutſche Könige, S. 113116. Pückert,

dent ere F. 192208. Bol über die Stimmung der Städte, die zu

m Reichstage nicht geladen waren, Keuſſen, D. polit. Stellung d. Reichsſtädte, S. 30, Anm. 5.

) Voigt, a. a. O., I, S. 329.