Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
312
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312 Kirche und Reich.

die tapfere Beſatzung unter ihrem Führer Hans von Breiten­landenberg wurde enthauptet. Schon damals betrachtete man dieſe Tat als einen Schandfleck auf dem alten eidgenöſſiſchen Kriegsruhme.) Ein Heer von 20 000 Eidgenoſſen ſchloß am 24. Juni Zürich ein; eine Abrechnung, wie ſie das Reich ſeit Karls des Großen Blutbad bei Verden nicht geſehen hatte, ſtand bevor. doche auf Woche wartete man in der durch Hans von Rech­berg geſchickt verteidigten Stadt auf die vom Könige zugeſagte Hilfe. Umſonſt ſpähte man aus, ſandte man Boten auf Boten. Rechberg ſelbſt ſchlich ſich aus der Stadt und eilte zum König.

Wie ſollte der helfen? War er doch ſelbſt kaum Herr im eigenem Lande; in Böhmen ſo machtlos wie in Tirol, wo der Aufſtand tobte.

Herzog Philipp von Burgund hatte ihm, durch den Sa­voyer Herzog beſtimmt, die für Zürich erbetene Hilfe ver­weigert.

Und doch mußte Hilfe geſchafft werden. Sein Königs­wort, ſein Anſehen, die Bündnisfähigkeit ſeines Hauſes, das Leben von vielen hundert Edlen ſtand auf dem Spiele. So kam Friedrich auf den Gedanken, den Teufel durch der Teufel Oberſten auszutreiben.

Schon 1443 hatte er den König von Frankreich erſucht; ihm eine Werbung unter denarmen Gecken, den wüſten, meiſt gegen England gebrauchten, ſeit ihrem Einfall 1439) aber auch in Deutſchland berüchtigten, Söldnern zu geſtatten.

Damals konnte Karl VII. dieſe Söldnerhaufen noch nicht entbehren. Als aber am 28. Mai 1444 ein Waffenſtillſtand

) Th. v. Liebenau im Anzeiger f. Schweizer Geſch., 1878. Kan­ter, Hans v. Rechberg v. Hohenrechberg. Nur eine geringe Entſchuldi­gung für dieſe unedle Tat war die Hinrichtung eidgenöſſiſch geſinnter Bürger in Zürich während des Waffenſtillſtandes.

Hertzog, Ohronicon Alsatiae, 1502, S. 103106. Ehmel, Reg. I. Nr. 1517. Schöpflin, Alsat. dipl., II. 371.

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