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den, ſengten und plünderten die wilden Scharen dort wie in einem erobertem Lande.“)
Hans von Rechberg hatte Bruck durch Überrumpelung „erobert und den ungehinderten Übergang über die Aare durch Zerſtörung des Städtchens geſichert; er und ſeine Genoſſen wurden auf der Feſte Farnsburg bei Baſel belagert, auch hier tat ſchneller Entſatz not.
Vor Baſel kam es zwiſchen den Eidgenoſſen und dem Heere des Dauphins zur Schlacht. Ein von den Belagerern der Farnsburg abgeſandtes Beobachtungskorps ließ ſich in wil— der Kampfesluſt zum Angriff auf eine dreißigfache Übermacht verleiten. Die Baſeler, die den Freunden zu Hilfe eilen wollten, mußten, in der Furcht, abgeſchnitten zu werden, in ihre Stadt zurückkehren; vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend dauerte beim Siechenhauſe von St. Jacob an der Birs der Vernichtungskampf gegen 1500 eidgenöſſiſche Männer. An die Heldenkämpfe verſchollener Sagen gemahnt dieſe Schlacht, die zu den ſchönſten Ruhmestaten deutſcher Geſchichte gehören würde, hätten nicht auf des Fremden Seite deutſche Ritter gefochten.
Nur durch das mehrfache Eingreifen Hans von Rech
bergs, der aus der Farnsburg entwiſcht war, gelang es endlich, mit ungeheuren Opfern die eidgenöſſiſche Schar zu überwältigen.“) a. a. O., S. 51. Die dritte Geſandtſchaft führte Burkhardt Mnüch. Bei Witte(Die Armag. im Elſ., Beitr. z. Landeskd. v. Elſ.⸗Lothr., III. S. 31—3g, S. 44—45) iſt ſogar von einer fünften und ſechſten Geſandtſchaft der Enſisheimer Regierung die Rede.
2 Der Rat von Colmar hielt es für nötig, den Dauphin daran au erinnern, daß die Stadt öſterreichiſch und nicht eidgenöſſiſch wäre. Charavay, Lettres Louis XI., Bd. I, S. 191—193, vgl. Gemeiner, Regensburger Chron., III, S. 137.
) Vernoulli, die Schlacht bei St. Jacob a. Birs. Kanter, Dans v. Rechberg v. Hohenrechberg, S. 32—36. Vgl. für d. Armag. Krieg außer den häufig zitierten Arbeiten noch Jannſen, Frank
reichs Rheingelüſte, Raumers Hiſtor. Taſchenbuch, 1842. Barthold, Der Armegeckenkrieg.