322 Kirche und Reich.
Nicht Geringes gewann der König durch ſolchen Anſchluß. Albrecht war ſchon damals das Haupt einer Intereſſengruppe, einer noch ungeſchloſſenen Koalition. Sein Bruder in den Marken, der Schwager, Herzog„von markgräflichen Gnaden“ in Ingolſtadt, der Vater ſeiner Braut, Jakob von Baden waren ihm durchaus ergeben; mit dem Erzbiſchof von Mainz, dem Herzog Otto von Bayern⸗Mosbach, dem Pfleger des Würzburger Stifts, dem Bamberger Biſchof, dem Grafen Ulrich von Württemberg, ſeinem Onkel Herzog Heinrich von Landshut, dem Landgrafen von Heſſen und vielen norddeutſchen Fürſten war er befreundet.
Das Mißtrauen der Städte gegen den Einfluß dieſer Gruppe war ein durchaus berechtigtes.) Als der König auf das Drängen der Städteboten mit den Eidgenoſſen Frieden zu ſchließen und ſich dann mit ganzer Macht gegen die Armagnaken zu wenden, den Markgrafen Albrecht, Herzog Ludwig von Ingolſtadt, Markgraf Jakob von Baden und Graf Ulrich von Württemberg zu Unterhändlern bei den Eidgenoſſen er
nannte, lehnten es die meiſten Städte ab, mit ihnen Boten an die eidgenöſſiſche Tagſatzung zu ſenden.“)
Zu ſchwach erſchien ihnen der König, die ſtolzen Fürſten nach ſeinem Willen zu lenken,) wohl auch zu eigennützig, um ſeine Intereſſen denen des Reiches unterzuordnen.
Selbſt als dann auf Veranlaſſung des Pfalzgrafen und nach Einlauf der Nachrichten über das immer drohendere Um“ ſichgreifen Karl VII. in Lothringen erſt der„kleine“, dann der „große“ Anſchlag wider die Fremden beſchloſſen wurde, verlor
Gerade damals, am 11. Oktober 1444, verbanden ſich König Friedrich, Kurfürſt Friedrich von Brandenburg, Erzbiſchof Dietrich von Mainz, die Herzöge Heinrich und Ludwig von Bayern zum gemein” ſamen Handeln und zur Herbeiziehung anderer Fürſten in ihr Bündnis. Berlin, Geh. Staatsarch. K. 5, N.
» Witte, Armagnaken im Elſaß, S. 90. Janſſen, Frankfurts Reichsk. II, S. 87.