Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
326
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326 g Kirche und Reich.

Dem politiſchen Kopf des Dauphin ſchien die Freund­ſchaft der Eidgenoſſen einträglicher, als die des ganzen übrigen Reiches. Noch während die Fürſten bei ihm weilten, ſchloſſen ſeine Bevollmächtigten in Zofingen mit den Eidgenoſſen Frie­den, Freundſchaftsbund und Handelsvertrag!) So waren die Geſandten des Königs froh, den Dauphin von einer offenen Kriegserklärung gegen ſeinen früheren Bündner abhalten zu können; ſie ſchloſſen mit ihm bis zum 22. November einen Waffenſtillſtand.

Jetzt galt es, dieſer reichsverräteriſchen Zauderpolitik auch im Reiche zum Siege zu verhelfen. Dort begann nämlich der junge Kurfürſt von der Pfalz, Ludwig, die Reichshaupt­mannſchaft wider die Armagnaken, die ihm auf dem Nürn­berger Reichstage übertragen war, ernſt zu nehmen.) Er hatte zum 29. Oktober einen Tag nach Speyer ausgeſchrieben, der zahlreich beſucht war. Allein die meiſten Städteboten erklärten, es wäre genug, wenn vorläufig nicht nur fie, ſondern auch die Fürſten demkleinen Anſchlag wie verabredet nachkämen: weitere Forderungen müßten ſiehinter ſich bringen. Dann erſchien Markgraf Albrecht auf dem Tage; ſeiner Überredung gelang es, die Fürſten zu bewegen, ihre Hilfszuſage von neuer licher gütlicher Verhandlung mit dem Dauphin abhängig zu machen.)

Der Dauphin hätte dem königlichen Geſandten verſpro­chen, fo führte Albrecht aus, bis 22. November kein weiteres dem Reiche gehöriges Gebiet zu beſetzen. Bis zu dieſem Datum aber hofften er und ſeine Freunde den Dauphin durch gütliche Verhandlungen zum Abzug zu bewegen.) Der Pfalzgraf wil­

1) Eidgenöſſiſche Abſchiede II, S. 807811. Am 28. Oktober. Enſisheim vom Dauphin unterzeichnet. ) Witte, Reg. III, 6369. des gelte Müller, Neichstagstbeattun I. S. 262-267. Fortſetzung gshofer ed. v. Schiltern, S. 938 und 1007. Witte, Reg. III, 6870. Vielleicht mochte der Pfalzaraf das