Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
327
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Kirche und Reich. 327

ligte mit der Bedingung in den Verſuch, daß die Stände, falls der Dauphin doch nicht abziehe, ihre Truppen nach dengroßen Anſchlag im Dezember zu ihm ſenden ſollten. Inzwiſchen waren die nach demkleinen Anſchlag geſammelten Mann­ſchaften nach Speyer gekommen, da ſie dort niemand erwartete, zogen ſie mißmutig wieder heim. Der ſchwäbiſche Städtebund hatte zum 16. Oktober 1200 Mann nach Straßburg geſandt. Der Bund aber wollte nicht allein die Laſt des Krieges tragen und forderte jetzt ſeine Truppen zur ſchleunigen Heimkehr auf.)

Das war Albrechts Werk.

Kurfürſt Ludwig und ſein Onkel, Pfalzgraf Otto, ſchloſſen ſich Albrecht und den anderen Fürſten an, die jetzt zum zweiten Male zum Dauphin eilten. In Breiſach hatte der Dauphin mit den königlichen Geſandten eine neue Zuſammenkunft zum 15. November nach Straßburg vereinbart;) dennoch hielt er es nicht der Mühe wert, dieſe ſchon durch den Rang ihrer Mit­glieder beachtenswerte Geſandtſchaft auch nur zu erwarten. Ohne die Fürſten zu verſtändigen, reiſte er von Rosheim ab.)

Der Biſchof von Augsburg, der gerade damals von ſeiner Reiſe zum König von Frankreich zurückkehrte, brachte den Geſandten die Erklärung für dieſes auffällige Benehmen des Dauphin.

König Karl hatte ſeinem Sohne befohlen,hart an den Sache zu ſein und ſein Vorhaben durchzuführen.) Dieſe Nachricht machte auf den Markgrafen, Herzog Albrecht und

Erſuchen Albrechts um ſo weniger abſchlagen, da gerade damals die fürſtlichen Vermittler die Entſcheidung in ſeinem Streite mit dem Erz­biſchof von Mainz über ſein Bündnis mit der Stadt Mainz Markgraf Albrecht übertrugen. Würzburger Kr. A. Mainz⸗Aſchaffenburg. Ing.­Buch Nr. 28, Fol. 105106.

) Straßburger Stadtarch. A. A. O. 189, Nr. 71.

2) Straßburger Stadtarch. A. A. O. 189, Nr. 43.

)Le Dauphin n'avait pas jugè à propos de les attendre höhnt Tuetey les écorcheurs sous Charles VII, Bd. I. S. 264.

) Witte, Reg. III, 6377.