328 Kirche und Reich.
Graf Ulrich ſo wenig Eindruck wie die deutliche Mißachtung des Dauphin.) Gemütsruhig erklärten fie, daß es ja dann„nicht not wäre, fürbaſſer davon zu tagen“, ſetzten ſich auf ihre Pferde und ritten nach Zürich, um von dort das durch die Eidgenoſſen bedrohte Rapperſchwyl zu entſetzen. Der ſtreng einfetzende Winter hinderte auch den Pfälzer, den geplanten Feldzug gegen die Franzoſen zu beginnen; nur die Städte des Elſaß, vor allem Straßburg, wehrten ſich wacker gegen die„Schinder“.
Monatelang hatten die Buben die Kirchen geplündert, das Sakrament entehrt,„Frauen und Tochterlin bei 6 und 7 Jahren wider ihren Willen genotzüchtigt, ſo daß viele geſtorben waren“; ſelbſt die Leichen hatten die Unholde nicht geſchont. Kleine Kinder hatten ſie in die Ofen geſteckt, um den Bauern den letzten Pfennig durch die Drohung, die Ofen anzuzünden, herauszupreſſen.“)
Jetzt büßte mancher„arme Geck“ mit dem Leben ſeine und ſeiner Genoſſen Rohheiten und Greueltaten. Der König und die Fürſten hatten in dieſer furchtbaren Zeit verſagt, nun half das Volk ſich ſelbſt.) Der kalte Winter und der ſich immer gewaltſamer Luft machende Haß der Bevölkerung verleidete auch den franzöſiſchen Heerführern den Aufenthalt im ElſaßAm 11. Februar erklärte ſich Karl VII. bereit, ſeine Truppen im März 1445 zurückzuziehen.“
)) König Friedrich verſuchte es darauf wieder mit König Karl. bei dem er am 1. Januar 1445 die Biſchöfe von Augsburg, Würzburg und den Markgrafen Jakob von Baden beglaubigte. Wiener Staatsarch. R. R. Bd. O., S. 200. Vgl. v. Kraus a. a. O. S. 141.
) Aus einem Abſchiede des Städtetages, Nördlinger St. A Städtebundakt. 1444, Nr. 215.
) Tuetey, Les ècorcheurs etc. I, S. 266. Herzogs Chron. Alsatiat (1592) S. 113—118. f|
) Witte, Armagnaken im Elſaß, S. 13. Königshofet?
ed. Schilter, S. 941 u. 99. Du Mont, C i j 1 '.. 10„ 1 III. S. 143—144. orps universel dip