Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
333
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Kirche und Reich. 333

ſeines Amtes ergriffen, durch feine bisherigen Erfolge ver­führt, glaubte er jetzt die Zeit gekommen, durch einen Blitz das geballte Gewölk zerteilen und Klarheit im Reiche ſchaffen zu können. Durch einen Sturmwind gedachte er den Spreu vom Weizen zu ſondern.|

Freilich drängten ſich vor folder Gefahr die Bedrohten mit ihren Genoſſen enger zuſammen; hatten die Zeiten ſich ſchon alſo gewandelt, daß Kurfürſten, die zu gewinnen bisher keine Partei Opfer geſcheut hatte, jetzt gefahrlos wie ungehor­ſame Knechte geſcholten und fortgejagt werden konnten?!

Am 21. März 1446 ſchoſſen die geiſtlichen Kurfürſten und der Pfalzgraf ein Bündnis!) zum gemeinſamen Schutze ihrer Würde und gemeinſchaftlichem Handeln in den Fragen der Kirchen und des Reiches,) doch auch fie trugen dem Wandel der Zeiten Rechnung.|

Sie beſchloſſen, Eugen Obedienz zu leiſten, wenn er die pragmatiſche Sanktion anerkennen und ſich verpflichten würde, am 1. Mai des folgenden Jahres ein Konzil zu berufen. Weigere ſich der Papſt, ſo wouten ſie das Konzil anerkennen, wenn dieſes ihrem Wunſche, den Beratungsort zu verlegen, ſich gefügig zeigen würde.

Auch Sachſen und Brandenburg traten der Vereinigung bei, deren Bedingungen die Kurfürſten ſo geheim zu halten verſprachen, daß ſelbſt König Friedrich ſie nicht erfahren ſollte, obgleich die Kurfürſten ihn zum Beitritt aufzufordern be­ſchloſſen.| 5

Entrüſtet lehnte der König das Anſinnen, ſich mit gebun­denen Augen von den Kurfürſten führen zu laſſen, ab. Die kurfürſtlichen Geſandten ſahen ſich gezwungen, ihn im weſent­

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5 5 Lager, Jakob von Sirk, a. a. O., S. 1013. Müller, Reichstagstheatrum, S. 305 ff.

) Dieſe Parteikonſtellation hatte man am königlichen Hofe be­reits Juni 1445 vorausgeſehen. Vgl. Wolkan, Der Briefwechſel des

Aeneas Silvius Piccolomini Fontes rer. austr., LXI, S. 507.