Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
335
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Kirche und Reich. 335

Im Dezember war er nach Konſtanz geeilt und hatte dort nach mühſamer Verhandlung den König mit den aufſtän­diſchen Tiroler Ständen verſöhnt;) ihm und dem Vater feiner Braut, dem Markgrafen Jakob von Baden, wurde die Formu­lierung des Huldigungseides der Tiroler übertragen.) Die beiden Fürſten nahmen auch eine vorläufig für ſechs Jahre gültige Verteilung der öſterreichiſchen Länder vor, die den Hader im Hauſe Habsburg für einige Jahre endete.

Noch auf dem Konſtanzer Tage vermittelte Albrecht die Verlobung der Schweſter des Königs, Katharina, mit ſeinem künftigen Schwager Karl von Baden.)

Im Februar eilte dann Albrecht nach Wien, von neuem ſagte er feine Teilnahme am Schweizerkriege zu,) auch nahm er jetzt ſicherlich an der Feſtſetzung der für König Friedrich ſo günſtigen Ausführungsbeſtimmungen zum Konſtanzer Ver­trage teil. Er geleitete den jungen Herzog Sigismund nach Tirol und führte ihn dort in ſeine neue Würde ein.)

Auch neuerliche Verwicklungen des Königs mit Bruder und Neffen, die durch Friedrichs gewohnte Saumſeligkeit ent­ſtanden waren,) legte Albrecht ſpäter bei.)

Der König kargte auch gegen den Vielgeſchäftigen, der ihm und dem heiligen Reich täglich und merklich gedient und ein Solches und Mehreres um das heilige Reich hinfür wohl

) Egger, Geſchichte Tirols, Bd. I, S. 548.

2) Chmel, Materialien I, No. 64. Vgl. Chmel, Reg. Frid. I, 2050. Egger, Geſch. Tirols, I. S. 544.

3) v. Heergott, Monumenta Austriae, Tom. IV, 2, S. 144. Vgl. Witte, Reg. 6448. Auf dem gleichen Konſtanzer Tage vermit­telte auch Albrecht dieſo geſegnete Ehe Joſt Nikolaus von Zollern en 5 Gräfin Agnes von Werdenberg. Vgl. Hohenzolleriſche Forſchg.,

) K. B. Reichsarchiv, Fürſtenſachen, XXII, No. 153. Krenner, Landtagsverhandlungen III, S. 166167.

5) Straßburger St.⸗A., A. A. 189, Nr. 59.

) Witte, Reg. III, 6646.

) Berliner Hausarchiv, Ex. I. K. 10, C. 1.