338 Kirche und Reich.
Paſſau ihm, die von Salzburg,) Konſtanz, Chur und Breslau dem Könige durchaus ergeben. Dennoch ſchien alles dimals, ſo ſagt ein franzöſiſcher Hiſtoriker,„einen Triumph des Konziles zu weisſagen:„Das Wort, das die Kurfürſten im vergangenen März verpfändet hatten, ihre Erbitterung gegen Den: Papſt, ihr noch unerſchütterter Bund ſicherten ihn“.
Markgraf Albrecht, nicht Aeneas Silvius, der ſich dieſen zweifelhaft Ruhm anmaßt, auch nicht Caſpar Schlick) oder der„Herkules der Eugenianer“,“) Nikolaus Cuſa, haben die „Kette der Neutralität“ geſprengt.)„Die Akten bezeugen, daß durch Albrecht alles ging, und noch in ſpäten Erinnerungen wird des Hauptſchlages gedacht, der von ſeiner Hand geführt ward.“
Auch nicht die öffentlichen Verhandlungen, die für die: königliche Partei, vor allem Aeneas Silvius, leitete, entſchieden. ihren Sieg, ſondern die Abmachung, die bereits vor dem Reichstage getroffen waren und jetzt in geheimen Sitzungen in Vertragsform feſtgeſetzt wurden.
In den öffentlichen Sitzungen ſtritten ſich Heimburg und Aeneas über den Empfang beim Papſte, über die mehr oder minder große Würdigkeit ſeiner Kardinäle; auch ob die Antwort der Kurie als Ablehnung oder in der Hauptſache als Be willigung der kurfürſtlichen Forderungen zu betrachten wäre; in geheimer Sitzung ſchloſſen am 22. September der Erzbiſchof von Mainz, die Räte des brandenburgiſchen Kurfürſten und des Biſchofs von Bamberg, die Geſandten des Königs, für
) Voigt, a. a. O., I. S. 368.
2) Pérouſe, Le Cardinal Aleman, S. 423.
3) Hufnagel, Caſpar Schlick uſw., a. a. O., S. 330. )
) Röhrbacher⸗Knöpfler, Univerſ.⸗Geſch. der Kath. Kirche. XXIII, S. 4.
5) Einmal gibt auch Aeneas Silvius der Wahrheit die Ehre, al er 1457 an Dr. Peter Knorr über Albrecht ſchreibt:„Cuius, eximige virtuti omnia debemus“(Epiſtola 350).
e) Pückert, Kurfürſtl. Neutralität, S. 277.