Kirche und Reich. 339
dieſen, und ſoweit ſie Reichsſtände waren, für ſich ſelbſt, Albrecht auch für ſeinen Bruder Johann, einen Obedienzvertrag.): Die Legaten des Papſtes Carvajal und Cuſa— der nach Burgund geſandte Biſchof von Bologna war noch nicht eingetroffen—, hatten der königlichen Partei einen Entwurf, „die Bitten von König und Kurfürſten und die Erwiderungen unſeres Heiligen Vaters“, vorgelegt,) der mit grober Entſtellung zwar, aber nicht ungeſchickt nachwies, daß„Bitten“ und„Erwiderung“ ſich im weſentlichen entſprächen. Dieſer Anſicht trat nun der Obedienzbund bei; gegen jedermann und mit aller ihrer Macht verpflichteten ſich die Teilnehmer, ihre Überzeugung zu verfechten, damit ſie„von anderen chriſtlichen Königen und Gezungen nit geſchieden werden möchten.“
Man hat vor allem den Kurfürſten von Mainz und Brandenburg Vertragsbruch und Meineid vorgeworfen, da ſie ſich den beſchworenen Verpflichtungen der Kurfürſteneinung entzogen hätten.
In der Tat war aber mit der Genehmigung der„Reſtitution“ der abgeſetzten Kurfürſten durch den Papſt der erſte und hauptſächlichſte Teil der Februarverträge erfüllt. Die „Einung“ ‚die vor allem die Wahrung der Standesprivilegien bezweckte, war gehalten worden;“) der zweite vom erſten geſonderte, die Bedingungen der Kurfürſten und ihr beabſich
M Viktor Bayer, Hiſtor. Frid. III. Imperatoris des Enea Silvio de Piccolomini, S. 63. Bachmann, Deutſche Könige, S. 183. Chmel, In den Berichten der kaiſerl. Akademie, 1850, S. 673674.
.) berſetzung bei Chmel, In den Berichten der kaiſerl. Akad. Wien, 1850, S. 672. Val. Hefele, Konziliengeſch, VII, 821829.
b) Auch Düx, Der deutſche Kardinal N. v. Cuſa, I, S. 265— 266, trennt ſcharf die beiden Verträge. In der Tat waren nach der Reſtitution ihrer beiden Mitkurfürſten der Mainzer und der Brandenburger gur zu ihrer alten Politik zurückgekehrt, die fie vor der Abſetzung befolgt hatten. Vgl. Wolkan, Briefwechſel des Aeneas Silvius Piccolomini Jontes. rer. auſtr. LXI, S. 507.
22*