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tigtes gemeinſames Vorgehen enthaltende Vertrag hatte doch mehr den Charakter eines nicht durchaus unabänderlichen Vorſchlages. Ob nun des Mainzers oder des Brandenburgers. Räte tatſächlich die Kurfürſtenvorſchläge als im weſentlichen erreicht anſahen, iſt recht unwahrſcheinlich, aber doch nicht nachweisbar ausgeſchloſſen.
Die weltlichen Intereſſen, vor allem die gemeinſame Gegnerſchaft gegen die Städte kettete den Mainzer an Albrecht,) deſſen Reichspolitik auch der Bruder in den Marken folgte.
Selbſt Pfalz und Sachſen, die übrigens mit der Erfüllung ihrer pekuniären Wünſche von Papſt Felix hingehalten wurden,) ſahen in der Antwort des Papſtes Eugen keine Ablehnung, die ſie nach den Februarverträgen ja gezwungen hätte, ſich für Baſel zu erklären; ihr letzter Vorſchlag zielte im weſentlichen nur auf Verlängerung der Neutralität.“
Der von Aeneas Silvius nach einem Entwurfe des Legaten ausgearbeitete Vorſchlag, den die königlichen Geſandten.
1) Die Bezahlung von zuſammen 2000 Gulden an vier Räte des Erzbiſchofs von Mainz, von denen Aeneas Silvius, Hiſtor. Frid., Kollar, 127128, ſpricht, faßt man wohl beſſer als Prämie, denn als Beſtechung. auf. Dieſe geringfügige Summe als Grund des Übertrittes des„ gegängelten Erzbiſchofs“ anzugeben, iſt unmöglich. Der Bundesbrief weiſt deutlich auf lange vorher getroffene Vereinbarungen hin. Ungewöhnlich und auffallend iſt die Indiskretion des Aeneas Silvius überhaupt an dieſer Stelle. Vgl. dagegen und dazu Bayer, Hiſtor. Frid. uſw., S. 62—63. Hufnagel, Caſpar Schlick uſw., a. a. O., S. 328.
2) Pückert, Kurfürſtliche Neutralität, S. 274275. Bad“ mann, Deutſche Könige, S. 180. Die Ausflüchte des Herzogs von Gavohen, der in dieſem Herbſte feine Enkelin zur weiteren Erziehung für ihren Verlobten nach Sachſen ſenden ſollte, ließen Herzog Friedrich Eifer für die Konzilſache erkalten. Die Prinzeſſin wurde 1451 mit dem Dauphin vermählt. Du Mont, Corps Universel diplomatique, III, 181188. Gui chenon, Histoir geneal. de la Maison de Savoy“ S. 371.
) Pückert, a. a. O., S. 291.