Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
342
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342 Kirche und Reich.

Brücke zum Rückzuge. Man beſchloß, der König ſollte durch eine Geſandtſchaft beim Papſte die urſprünglichen Forderungen der Kurfürſten durchzuſetzen verſuchen, gelänge das nicht, die von ſeiner Geſandtſchaft vorgelegten Artikel dem Papſte zur Genehmigung unterbreiten. Die Bullen ſollten den Kur­fürſten am 19. März 1447 in Nürnberg übergeben werden; wer von ihnen mit dem Inhalt dieſer Bullen einverſtanden wäre, ſollte berechtigt ſein, dem Papſte Gehorſam zu leiſten, doch kein Kurfürſt ſollte zur Obedienz gezwungen werden dür­fen.)

Albrecht triumphierte unverhohlen. Er erklärte, der König werde zwar dem Papſte die kurfürſtlichen Vorſchläge empfehlen, aber bereits in Rom Obedienz leiſten, wenn der Papſt den von der königlichen Geſandtſchaft ausgearbeiteten Entwurf genehmigen würde.)

Gleich als wenn der Reichstagsabſchied gar nicht be­ſchloſſen worden wäre, ſo forderte Albrecht die Kurfürſten auf, auch ihre Geſandten zu bevollmächtigen, ſofort zuſammen mit den königlichen Räten in Rom Obedienz zu leiſten.

Es iſt nicht verwunderlich, daß die Kurfürſten ihm ihre Demütigung heimzuzahlen ſuchten, und jetzt für den greiſen Ludwig von Ingolſtadt gegen ihn und ſeinen Oheim Herzog Heinrich von Landshut Partei ergriffen.

Viel war auf dem Tage für Papſt und König erreicht worden. Die oligarchiſche Kurfürſtenpartei, die völlig ge­ſchloſſen mit feſt beſtimmtem Ziele und Zwecke den beiden Oberhäuptern ſich entgegengeſtellt hatte, war geſprengt worden, war ſo hilflos in ſich zerfallen, daß die felicianiſch

) Bachmann, Deutſche Könige, S. 189. Pückert, a. a. O.

S. 293. Dresdener Staats⸗Archib, Seligionsſachen, A. 353. ) Chmel, Sitzungsberichte, a. a. O., S. 677. 3) Aventins Chronik, V, 583.

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