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Kirche und Reich. 343.
geſinnte Mehrheit ſelbſt dieſe Sprengung billigte.)„Wir haben geſiegt“ jubelten mit Recht des Papſtes Legaten.“
Nie vorher find deutſche Kurfürſten in ihrer Geſamtheit als wortbrüchig ſo beſchämt worden, wie in der Stunde, als der Kardinal Aleman mit Berufung auf ihre im Februar geleiſteten Gelübde und die von ihrem Boten in Baſel gemachten Verſprechungen ihnen ihre damals geſtellten Bedingungen als Bullen ausgefertigt übergeben wollte und die einſt ſo Kühnen ſie nicht annehmen konnten.
„Minarum strepitus, asinorum crepitus“— Drohlärm iſt Eſelsgeſchrei, ſo konnte jetzt die Kurie den Wahlſpruch ihres großen Gegners, des Hohenſtaufen Friedrich, wiederholen.
Aber„Mane, Thekel, Phares““— gezählt, gewogen, geteilt, ſo hätten die Akten des Baſeler Konzils wie ein flammendes Schreckbild die jetzt wieder einige Kirche warnen müſſen.;
Wohl nahmen die Päpſte mit Ernſt und Eifer die Reform der Orden und des geſamten niederen Klerus in Angriff, aber an die faſt ebenſo nötige Reform der Kurie dachten ſie trotz aller Lehren, die die letzten Konzilien ihnen gegeben hatten, nicht mehr.|
Wenig weitblickend nutzte die Kurie den Sieg über einen Gegner, den ſie nicht ohne Grund verachten mochte. Wohl weilten auch in ihrer Mitte, Männer, die ſtets der Überzeugung Ausdruck verliehen hatten, daß kein Menſch aus der durch das Schisma gegebenen Möglichkeit eines Zwieſpaltes ſeines Gewiſſens Vorteil ſchlagen dürfte— den meiſten Kardinälen kam der Mut zu„kecker Unwahrhaftigkeit“ erſt mit der Überzeugung, wie gefahrlos doch im Grunde die von Beſchluß zu Beſchluß taumelnde, ſich ſelbſt treuloſe, nur den nächſten kleinlichen Nutzen bedenkende Maſſe deutſcher Fürſten wäre.
?) Durch die Freigabe der Obedienzleiſtung am 19. März 1447, val. Bachmann, Deutſche Könige, S. 188. ) Düx, Nikolaus v. Cuſa, I, S. 280.