Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen

346 Kirche und Reich.

nicht faſſen; es war eine Siegesfeier, wie ſie die Welt noch nicht geſehen hatte.) Mächtiger denn je ſchien die Kirche ſich zu erheben.)

Papſt Eugen hatte nach dem Zugeſtändniſſe des Frank­furter Vorſchlages noch in den letzten Stunden ſeines Lebens die Obedienz der deutſchen Geſandtſchaften entgegengenom­men.) Sein Nachfolger war der Biſchof Thomas von Bologna), der als Legat in Frankfurt dievier Artikel des Vorſchlages der königlichen Geſandtſchaft gebilligt hatte. Was

1) Blon dus, Italia illustris, pag. 320. Annales dei Mura­tori Seriptores XXI, S. 155. Paſtor, Geſch. 8. Päpſte, I. S. 416418. Der Papſt des Jahres 1450 war mächtiger als ſein Vorgänger in dem Jubeljahre 1350. Vgl. Gregorovius, Geſch. d. Stadt Rom, S. 315 bis 318.

2) Chmel, Beiträge zur Beleuchtung der kirchl. Zuſtände HOſter­reichs im 15. Jahrhundert. Aus der Denkſchrift der kaiſer. k. Akademie, Phil. Hiſt. Klaſſe, Bd. II, S. 2427. Gebhardt(Diſſertation), Die Gravamina der deutſchen Nation gegen den römiſchen Hof, S. 2.

3) Freilich wurden die Vorſchläge weſentlich abgeſchwächt. Vgl. Bachmann, Die deutſchen Könige, S. 193195. Wenn aber Hefele, Konziliengeſchichte, VII, S. 831, ſchreibt:Papſt Eugen faßte ſeine Anerkennung des Konſtanzer Konziles, des Dekretes Frequens und der übrigen Dekrete in ſehr vage Ausdrücke, fo daß außer dem Dekret Fre­quens kein anderes beſtimmt genannt war und die Worte ac alia eius decreta die Ausſchließung jedes beliebigen zuließ, fo iſt zu hoffen, daß die ſe hinterliſtige Ausflucht nicht in der Abſicht des Ausſtellers lag. Die Worte:concilium autem generale Constantiense decretum Fre­quens ac alia eius decreta etc. suscipimus, amplectimur et vener. amus laſſen ſolche Deutung nicht zu. Ohne Einſchränkung erkennt der Papſt mit dieſen Worten die bezüglichen Forderungen der deutſchen Fürſten an, vgl. Koch, Sanetio pragmatica, S. 177 u. 182.

f) Vgl. den außerordentlich gerechten Ausſpruch dieſes Papſtes über die allzu weite Ausdehnung der päpſtlichen Rechte durch feine Vor gänger und über die natürliche Reaktion, die durch das Baſeler Konz! herbeigeführt wurde. Vgl. Rohrbacher⸗Knöpfler, Univerſ.⸗Geſch. der Tath. Kirche, XXIII, S. 194, Anm.

FFF