Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
347
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Kirche und Reich. 347

Thomas verſprochen hatte, gedachte aber Nikolaus V. in keiner Weiſe zu halten.

Nicht in offener Reichsverſammlung, in der man des Reiches Intereſſe nicht ganz ſo ſchamlos hätte vergeſſen können, hinter verſchloſſenen Türen verhandelte die Kurie erſt mit dem Könige, dann mit den einzelnen Fürſten. Was ſie in der Furcht vor der Kurfürſteneinung und vor der nationalen Er­regung zugeſtanden hatte, wurde hier zum Teile wieder abge­ſchachert.|

DieConcordate von Rom und Wien entſprechen dem Geiſte nach in keiner Weiſe dem vom Papſte genehmigten. Frankfurter Vorſchlage der königlichen Geſandten.) Annaten, die Verleihung von Benefizien, die Berufung in kirchlichen Angelegenheiten an den Papſt und damit tatſächlich die Ein­miſchung in alle Angelegenheiten des Reiches blieben der Kurie mit geringen Anderungen, als wenn niemals in Baſel. ein Konzil getagt hätte.

Nur in den Kanzleien der Fürſten ſchichtete ſich als greif­bares Reſultat des mit ſo großen Hoffnungen begonnenen Reformwerkes Privilegien, von Papſt und König ausgefertigt, die allen Reformdekreten Hohn ſprachen.

Markgraf Albrecht ging natürlich nicht leer aus. Er hatte nach dem Frankfurter Tage ſeine beiden Bündner, Herzog Wil­helm von Sachſen und Landgraf Ludwig von Heſſen für den Papſt gewonnen: ſie erteilten ihm für die Obedienzleiſtung Vollmacht. N f

Freilich gedachte Herzog Wilhelm ſich allzu ſehrverſor­gen und ausrichten zu laſſen; erſt als Albrecht ihn mahnte, Papſt und König nicht zupfänden und auf die großen Aus­lagen hinwies, die der Papſt zur Zeit hätte,) da jeder

) Den größten Teil der Literatur über dieſes Concordat bei Düx,. a. a. O., I, S. 373, Anm. 1. ) Pückert, a. a. O., S. 297. Dresdener Staatsarch., Origi­nalien, Nr. 6954, 16. Nov. 1446. ö