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Obedienzleiſtende auch Bittſteller wäre, beſchied ſich der Herzog.“) Mit ihm trat auch der Erzbiſchof von Magdeburg zur königlichen Partei über.;
Man muß anerkennen, daß Albrecht damals in der Tat den Papſt nicht allzuſehr„gepfändet“ hat;„für das, was er dem Papſt geleiſtet— an perſönlichem Verdienſt den König übertreffend— hätte er auch nicht auf einmal belohnt werden können“.)
Gern verlieh der Papſt Albrechts Boten in Rom ſchon vor der Obedienzleiſtung die Verleihung zweier Kanonikate für ihren Herren,) Albrechts Bruder; Kurfürſt Friedrich hatte ſchon vorher einen Ablaß zugunſten„des heiligen Blutes zu Wilsnack“ erlangt. Der Wallfahrtsort wurde bald eine reiche Einnahmequelle für die Herrſchaft.“)
Auch geiſtliche Gnaden ſpendete der Papſt für alle Markgrafen; ſo unter anderem das Recht für ſich und ihre Frauen, den Beichtvater ſelbſt zu wählen.“) Er erlaubte ihnen, ſtets
einen Tragaltar mit ſich führen zu dürfen, vor Tagesanbruch und ſelbſt an Orten, die mit dem Interdikt belegt wären, Gottesdienſt für ſich halten zu laſſen. Für künftige Abſolu
1) Valois Le Pape et le Concile S. 311, Anm. 3. Urk. aus dem Vatikan. Archiv: Eine Obedienzerklärung Albrechts für ſich, Markgraf Johann, Herzog Wilhelm und den Landgrafen Ludwig von Heſſen vom 12. Dezember 1446.
2) Pückert a. a. O. S. 302.
3) Henning, Die Kirchenpolitik der älteren Hohenzollern in der Mark Brandenburg und die päpſtlichen Privilegien des Jahres 1447, S. 231—232,
) Riedel, Cod. dipl. I. 2, S. 149 ff. Stolles Chr. a. a. DS. 128. Vgl. Hefele a. a. O. VII, S. 33. Für des Legaten Cuſa Wirken gegen das von ihm als fromme Ausbeutung angeſehene Wunder, vgl. Dür, Der Kardinal Nikolaus von Cuſa II, S. 29. Auf die Seite der Anhänger des Wunders ſtellt ſich Hefele VIII, S. 46—47. 5
9 5. Kr. A. S. I. K. 30, Vgl. Riedel, Cod. dipl. II