Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
349
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Kirche und Reich. 349

tionen wurden ihre Beichtväter mit ganz außergewöhnlichen Vollmachten ausgeſtattet. Kurfürſt Friedrichs Kanzler Seſſel­mann und Dr. Knorr, erhielten wichtigeExpektanzen.)

Da die kirchlichen Verhältniſſe der fränkiſchen Länder, die der geiſtlichen Gerichtsbarkeit der Biſchöfe von Würzburg, Bamberg und Eichſtätt unterſtanden, dem Papſte ein wirk­ſames Eingreifen zugunſten Albrechts unmöglich machten,) ſo ergoß ſich der Gnadenſtrom faſt allein über Albrechts Bruder, dem Kurfürſten von Brandenburg.

Kein anderer Fürſt des Reiches, außer König Friedrich, wurde ſo reich bedacht, als er.)

Die Privilegien, die die Päpſte Eugen und Nikolaus dem Kurfürſten damals gewährten, haben das Staatskirchen­tum in der Mark für alle Zeiten begründet.

Damals erhielt der Kurfürſt das Recht, die Biſchöfe in den drei märkiſchen Bistümern zu ernennen.) Drei Bullen regelten die geiſtliche Gerichtsbarkeit in der Mark nach ſeinem Wunſche,) eine andere Bulle geſtattete dem Kurfürſten die ihm unbequemen Praemonſtratenſer aus dem Domkapitel von Havelberg und Brandenburg zu entfernen und ſie durch Welt­geiſtliche zu erſetzen.)

Reiche Frucht trug ſo Albrechts Mühe dem Lande, deſſen Namen auch er im Titel führte.

Aber auch die felicianiſchen Kurfürſten wurden vom Papſte reich bedacht.

..) Arnolt, Zollerana, Quellen u. Forſch. aus ital. Arch. u. Bibl. I, S. 308319. Über den Kanzler Seſſelmann vgl. Stölzel, Brandenbg. Preußens Rechtsverwaltung und Rechtsverfaſſ. I. S. 62 ff. Lewinski, Die brandenbg. Kanzlei uſw., S. 53 ff.

) Henning, Die Kirchenpolitik uſw., S. 28.

) Henning, Die Kirchenpolitik uſw., S. 11.

) Henning, Die Kirchenpolitik uſw. S. 68 ff.

) Henning, Die Kirchenpolitik uſw., S. 162 ff. ) Henning, Die Kirchenpolitik uſw., S. 226229.