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Das Konzil hatte ſich ja noch nicht aufgelöſt; ſelbſt als König Friedrich der Stadt Baſel das Geleit aufgeſagt und alle Reichsſtände aufgefordert hatte, Nikolaus„als unzweifenlichen Papſt“ anzuerkennen,) hatten die Väter des Konziles zwar grollend des Reiches Boden verlaſſen, ſich aber von neuem in Lauſanne feſtgeſetzt.|
„Unerſchrocken hofften fie auf Gottes Hilfe, der es zum Beſten kommen laſſen werde.“) Eine Drohung blieb das Konzil für die Päpſte, ſolange es beſtand.
Es kam hinzu, daß die felicianiſchen Kurfürſten ſich eng, unter Hintanſetzung aller deutſchen Intereſſen,) an den franzöſiſchen König anſchloſſen und ſo einen neuen Käufer für ihre Obedienz auf den Markt gebracht hatten. Freilich keinen allzu ernſthaften, denn Karl VII. hatte nur die Abſicht, die Kurfürſten ſolange von der Obedienzleiſtung zurückzuhalten, bis er die Verſöhnung des Papſtes und des Konziles bewirkt hatte.
In der Tat wurde durch ſeine Vermittlung aus dem
„verfluchten Ketzer und Schismatiker“ dem Konzilpapſte Felik der„oberſte Kardinal der römiſchen Kirche“,“ wurde der„Sohn der Bosheit“ der Kardinal Aleman wieder in Huld und Gnade aufgenommen; zu ſeinem Grabe wallfahrteten ſpäter
1) Frankfurter St.⸗A., Reichs ſachen, 1386 B.
2) So ſchreibt kurz vor der Überſiedelung des Konziles der Kapla Slewitzer an Konrad von Weinsberg, Reg. der hiſtoriſchen Kommiſſion München aus dem Oehringer Archiv. Selbſt nach der Geleitskündun hielten die Baſeler das Konzil noch ein Jahr mit Berufung auf 1" Verſprechungen und die Gebote der Gaſtfreundſchaft in ihren Mauern. Pélouse, Le Cardinal Louis Aleman S. 429.
3) Pückert a. a. O., S. 308. Lager, Jakob von Sirk a. a. Dr S. 30 ff.
4) Seine Abdankungsurkunde bei Raynaldi, Anneles ec ad annum 1449, Nr. 3.„Ein Freudenlicht der Welt anleucht dan Papſt Niclauſen weicht“, fo ſingt ſelbſt der Baſeler Chroniſt Herkeb Chron. Alsatiae, 415; vgl. Hefele a. a. O., S. 847850.
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