Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
359
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 359

Auf den Tagſatzungen des ſchwäbiſchen Städtebundes ſprach man, als Graf Ulrich von Württemberg ein Raubſchloß, das Hans von Rechberg ſeinem Weibe überſchrieben hatte, unter ſeinen Schutz ſtellte, offen aus, daß die Städte mehr noch, als von den Raubgeſellen, von den Fürſten,) die die Strauchritterſchirmeten, bekriegt würden.

Gar ſchimpflich wurden dann die Städteboten im Juli auf dem Speyerer Tage behandelt. Nicht einmal ihre Klagen konnten ſie vorbringen.

Was ſie auch redeten und klapperten, ſo rief ihnen der Sprecher der auf dem Tage zahlreich erſchienenen Raubgeſellen zu,die Ritter würden nicht mehr tun, als ſie freiwillig ge­boten hätten.%

Aber auch Ulm gedachte nicht nachzugeben. Die Not der Zeit ſollte ihm den großen Städtebund zuſammenzuſchweißen helfen, die große,durchgehende Einung die es allewegen gerne geſehen und gehabt hätte.)

Jeden Waffenſtillſtand, jeden Frieden abzuſchließen wei­gerten ſich auch auf dem Mergentheimer Tage im November 1441 die Städteboten, bevor ihre Gegner das geraubte Gut herausgegeben hätten.) i

) Nördlinger Stadtarchiv, Städtebundakten, 1441, Nr. 187. Auch Markgraf Albrecht nahm ſich einiger ſeiner Diener während dieſer Fehde energiſch an. Für Hans und Klaus Geyer von Gibelſtadt ſuchte er den Wiederaufbau des zerſtörten Giebelſtadt, für Pankraz von Seckendorf Sicherung ſeiner Perſon zu erreichen. Nördlinger Städtebundakten 1441, Nr. 187, 3, und 1442 Nr. 198/13. Im Jahre 1445 ſtellte Albrecht den Erbteil Hans von Seckendorf am Schloſſe Wittingen, aus dem der Mit­erbe Heinrich von Seckendorf die Dinkelsbühler beläſtigte, unter ſeinen Schutz. Vergebens forderte der Städtebund ihn auf,die Städte an ihres Feindes ererbtem und angefallenem Gute ungeirret und ungehin­dert zu laſſen. Nördlinger Städtebundakten, 1445, Nr. 225.

) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1448, Nr. 207.

3) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1440, Nr. 190.