Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 361
Im Namen des ganzen Bundes erſuchten ſie die Fürſten dringend, ſich ihrer Widerſacher nicht anzunehmen, ſolange ſie das geraubte Gut nicht herausgegeben hätten.“)
Immer erbitterter wüteten die Parteien gegen einander. Im Auftrage König Friedrichs gebot in Frankfurt am 10. Auguſt 1442 der Erzbiſchof von Köln den Parteien Frieden. Zum Entſcheide der Streitigkeiten ernannte er als Schiedsrichter den Markgrafen Jakob von Baden.)
Bei Vermeidung ſeiner Ungnade gebot König Friedrich beiden Parteien, ſich dem Spruche des Erzbiſchofs zu unterwerfen.: f
Aber die Städte wollten ſich nicht einen Schiedsrichter aufdrängen laſſen, um den ſie nicht erſucht hatten.“
„Mit Weisheit und Keckheit gedachten ſie die Sachen vorzunehmen“, um ſich von ihren teuer bezahlten Privilegien nicht drängen zu laſſen;“ fie rüſteten zu neuem Kampfe.)
Mit Umſicht und bewundernswerter Energie ſuchte Ulm den Widerſtand zu organiſieren. Während in Frankfurt der König und der Erzbiſchof das ſtädtefeindliche Friedensgebot verkündeten, verhandelten die Ulmer mit den Städteboten, die um die Beſtätigung ihrer Privilegien durchzusetzen, nach Frankfurt geeilt waren, über ein großes Bündnis, das„des heiligen Reiches freie und Reichsſtädte“ in Zukunft vor„Unbilligkeit und Widerwärtigkeit“ ſchützen ſollte.
In fünf Kreiſe, ſo ſchlug man vor, ſollten die Städte geteilt werden: die rheiniſchen, elſäſſiſchen, eidgenöſſiſchen, ſchwäbiſchen und fränkiſchen Städte ſollten treu zu gegenſeitigem Schutze zuſammenſtehen. Jeder Kreis ſollte aus ſeiner Mitte einen Vorort erwählen, die Steuer⸗ und Kriegsbereit——-—
) Hiſtor. Arch. Köln, Urkd., 2. Dezember 1441. ) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1442, Nr. 199, 1a. eb 2 Witte, Reg. III, 6197. Auch war nur über einen Teil der reitigkeiten entſchieden worden, mehrere Fehden beſtanden fort. ) Kordlinger St.⸗Al., Städtebundakten 1442, Nr. 199. ) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1442, Nr. 200.