364 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
Hatten die Fürſten es doch durchgeſetzt, daß König Friedrich ſie,„die merklichen Glieder des Reiches“, zum Ve: ſuche des Nürnberger Reichstages, der angeblich den Kampf gegen die Fremden beſchließen ſollte, nicht eingeladen hatte.)
Am 29. April kamen Ratsherren von Augsburg, Nürnberg und je zwei Boten für die ſchwäbiſche Städtevereinigung und den Städtebund am Bodenſee in Ulm zuſammen.“)
Man hatte aus früheren Erfahrungen gelernt: Je mehr Städte, ſo ſchrieb damals Ulm an Nördlingen,„in vergangenen Zeiten zu ſolchen Verſammlungstagen gekommen ſind, je minder Ausrichtliches geſchafft worden iſt“.“)
Der Beſuch des Reichstages und ein geſchloſſenes Auftreten der Städteboten in allen Fragen wurde in Ulm beſchloſſen.
Vor der gemeinſamen Gefahr drängten ſich die Städte zuſammen. Die Zeit ſchien gekommen, die Ulms großen Plan zur Reife bringen konnte. Schaffhauſen bat um Aufnahme in den Bund,“) Baſel, Straßburg und andere elſäſſisch Städte um Hilfe.
Nirgends verſagte der ſchwäbiſche Städtebund, überall half er nach beſten Kräften. Es war eine Folge dieſer konſequenten Politik, daß ſich auf dem Nürnberger Reichstage um die Boten des Bundes die Städteboten des ganzen Reiches ſcharten. Es ſchien damals, als ob die Städte in Schwaben, in Franken, im Elſaß, am Rhein, am Bodenſee und im Nieder lande ſich zu einem gewaltigem Städtebunde zuſammenſchließen würden.“)
Freilich fühlten ſich damals alle Städte bedroht, mal half der fremden Stadt, um ein Bollwerk zu ſchaffen, das den
1) Nördlinger St.⸗A., 1444, Nr. 212.
2) Nördlinger St.⸗A., 1444, Nr. 212/2,
3) Nördlinger St.⸗A., 1444, Nr. 212.
) Nördlinger St.⸗A., 1444, Nr. 214.
5) Janſſen, Frankfurts Reichskorreſp., II, Nr. 98.